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MARSHEAUX - Lumineux Noir

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Artist MARSHEAUX
Title Lumineux Noir
Homepage MARSHEAUX
Label OUT OF LINE
Leserbewertung
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6.0/10 (3 Bewertungen)

Niemals von der Verpackung täuschen lassen – gerade bei Frauen sollte man diesbezüglich aufpassen. Und so stammt das Electropop-Duo MARSHEAUX trotz francophiler Namen keinesweges aus unserem westlichen Nachbarland sondern aus dem (vermutlich) Sonnenumfluteten Thessaloniki. Die Damen namens Marianthi und Sophi musizieren seit dem Jahre 2003 gemeinsam, ihren Samplerbeitrag zur „Awake the Machines Vol. 6“ nannte ich ganz prophetisch vielversprechend. Und trendy, denn man haut in dieselben Tasten, auf denen auch die einschlägige Konkurrenz Spuren hinterlassen hat, mit Client A und B war man auch schon auf Tour. Wobei es sich bei „Lumineux Noir“ (welch Wortklang) bereits um das dritte Album handelt, die beiden Vorgängerwerke „Ebay-Queen“ und „Peek A Bo“ erschienen 2007 verspätet und im Kollektiv hierzulande. Die Erfolgsstory konnte beginnen und das passende Label war auch zur Hand.

Mag sein, dass ich ein wenig von säuselnden Synthie-Damen übersättigt bin, doch völlig haut mich das Release nicht aus den Latschen, meiner Genre-affinen Haltung zum Trotz. Der Sound bezieht sich direkt auf die 80ies, es wird zitiert ohne Ende, die EURYTHMICS oder OMD fallen mir beizeiten ein. Amiga-Geräusche blubbern wohlig im Hintergrund, während die Stimmen einschmeichelnd ins Gehirn kriechen. Hier ist man deutlich mehr LADYTRON denn CLIENT. Ein wenig mehr Schärfe und Akzentuierung täte den Vocals gut, die findet sich aber erst im letzten Drittel der Tracklist. Die Vorab Single „Ghosts“ geht gut nach vorne, ein schöner Tanzflächenfüller. Wie eine Art Initialzündung profitieren auch die folgenden Stücke davon, was den Rezensenten doch noch milde stimmt.

Auf einer Gesamtlänge von 55 Minuten befinden sich neben vielen netten Einfällen leider auch einige 08/15-Songs, die lediglich von der guten Produktion zusammen gehalten werden. Auf Langweiler wie „Loss of Heaven“ hätte man zugunsten der Straffung problemlos verzichten können. CLIENT konnten mit ihrer letzten VÖ ja auch nicht mehr an das grandiose Frühwerk anknüpfen, dennoch sollten Fans weiblicher Analog-Erotik hier genug Aphrodisiaka finden.

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