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MARTIN GALLOP - Most Beautiful Song

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Artist MARTIN GALLOP
Title Most Beautiful Song
Label FERRYHOUSE
Leserbewertung
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5.0/10 (4 Bewertungen)

MARTIN GALLOP wurde 1962 im Süden Kanadas geboren, begann als Teenager Musik zu machen, tourte mit 18 durch seien Heimat und die USA und kam 1983 der Liebe wegen nach Deutschland. Hier blieb er schließlich hängen und machte sich als Songschreiber, Musiker und Produzent einen Namen und arbeitete mit Künstlern wie UDO LINDENBERG, TILL BRÖNNER und ANNETT LOUISAN zusammen. Mit der Dame war der Mann mit dem warmen Bariton im Übrigen vom Sommer 2008 bis 2010 liiert und Auftritte bei ihren „Das optimale Leben“- und „Teilzeithippie“-Touren machten ihn schließlich auch einem größeren Publikum bekannt. Jetzt erblickt mit „Most Beautiful Song“ das vierte Album des graumelierten Singer-/Songwriter das Licht der Plattenläden und natürlich ist die Liebe und die Krux des Verlassenwerdens mal wieder das beherrschende Thema.

Da musste wohl auch einiges bezüglich der gescheiterten Liebe zu Frau Louisan aufgearbeitet werden, denn es brauchte drei Jahre und ein leeres weißes Zimmer mit Klavier, damit MARTIN GALLOP sich an eine neue Langrille wagte. Die umfasst 14 Songs mit viel Gefühl, überwiegend leisen Tönen und einer dezenten Prise Country. „Something To Cry About“ eröffnet in eben diesem Sinne den Silberling mit eindringlichen Melodien, die sich sachte im Ohr festbeißen. Derweil nimmt „Missing Trains“ gekonnt Fahrt auf und dampft fröhlich im Midtempo davon, bevor „Maple Leaves And Moonshine“ mit feinen Blues-Melodien gefällt. Der „Little Blue Store“ lässt den vermutlich lang geschlossenen Kolonialwaren in einer kanadischen Kleinstadt auferstehen, den Martin möglicherweise ganz ähnlich in seiner eigenen Kindheit erlebt hat. Ein wunderbares musikalisches Rührstück, das des Hörers Herz erwärmt und mich irgendwie und in positiver Weise an die werte Doris Day denken lässt. Die hätte an der Nummer sicher auch ihre Freude, was in gleichem Maße für das folgende „Acting Like Jack“ gilt, bei dem in Orchesterstärke musiziert wird, ehe für „Annabelle“ zunächst einmal Mundharmonika und Akustikklampfe reichen. Nicht fehlen darf natürlich Mr. Gallops Schlafzimmerstimme, die genau den richtigen feinherben Schmelz mitbringt und auch beim rhythmisch groovenden „Stuck On You“ für das I-Tüpfelchen auf dem smarten Sound sorgt. Mit reduzierten Klängen schließt sich „Happiness“ an, um mit „Thinking Big“ verträumt nachzulegen. Die „Silver Lady“ braucht nur kleines Besteck, um mit ihrem Charme zu betören und auch die „Sleepless Night“, in der MARTIN GALLOP über Texten und Melodien brütete, war zweifellos nicht vergebens. Der Titeltrack „Most Beautiful Song“ erzählt vom schönsten Lied der Welt, das sogar die Macht hat, verkorkste Beziehungen zu retten und ihm im Traum diktiert wurde. Nur hat der Mann leider vergessen, ihn aufzuschreiben und so muss die Welt weiter mit gescheiterten Liebschaften klar kommen. Immerhin liefert der Kollege mit seiner Mucke wenigstens den geeigneten Soundtrack für den unvermeidlichen Liebeskummer: genannt seien an dieser Stelle noch die Reprise von „Acting Like Jack“, bei der weibliche Lautmalerei Martins Gesang ersetzt. Den Mann gibt es aber beim finalen „First Impression“ noch einmal zu hören, mit dem sich der Wahlberliner gut gelaunt verabschiedet.

MARTIN GALLOP möchte kein großes Aufheben über „Most Beautiful Song“ machen. Deshalb schlägt er vor, doch einfach zu schreiben: „MARTIN GALLOP hat ein tolles Album gemacht. Alles was ihr wissen müsst, steckt in den Songs.“. Eigentlich hat er recht. Damit ist im Grunde schon alles gesagt. Hört’s euch an!

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