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MARTIN ORFORD - The Old Road

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Artist MARTIN ORFORD
Title The Old Road
Homepage MARTIN ORFORD
Label INSIDEOUT
Leserbewertung
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9.0/10 (3 Bewertungen)

MARTIN ORFORD ist einer von der alten Schule. Nicht nur, dass er sich erfolgreich einer persönlichen Website erwehrt, auch gegen illegales Musikdownloaden im Internet hat er was. Sogar so einen Hass, dass er angekündigt hat, sich nach 30 Jahren Musik aus dem Business zurückzuziehen. Ihr kennt MARTIN ORFORD nicht? Dann kann euch diese Ankündigung auch egal sein, aber mit seinem (vermeintlich) letzten Album „The Old Road“ verpasst ihr ein herrliches Stück Progrockmusik.

Kein Wunder, als Mitglied der Gruppe IQ macht ORFORD seit 1981 progressive Rockmusik, im Geiste solch hervorragender Bands wie JOURNEY, GENESIS & Co. Neben einem hervorragend bebildertem Booklet gehört dazu auch eine prächtige Gästeliste. Diese beinhaltet u.a. Nick D’Virgilio und Dave Meros von SPOCK’S BEARD. Weiterhin fällt auf, daß sich Martin nicht immer in den Vordergrund drängt, auf einigen Titeln überlässt er anderen das Mikro. An seinem Instrument, dem Keyboard, macht ihm jedoch keiner was vor. „Grand Designs“ oder das ans klassische amerikanische Bluesrocktum erinnernde „Power and Speed“ spielen sich mit gigantischen Opening-Szenarien in vorderste Progligen, überraschen mit Moogelementen oder einer wuchtigen Saiteninstrumentfraktion. Diese lässt gerade „Power and Speed“ in tänzerischer Leichtfertigkeit zwischen fiedelndem Keyboard und nach Perfektion eifernder Griffkunst, an der Leadgitarre wechseln. MARTIN ORFORD hat einige hervorragende Künstler für sein „Solo“album versammelt, leider ist im Laufe der Produktion aber wohl der Jam-Gedanke etwas zu sehr mit ihnen durchgegangen, verlieren sich einige Titel in Instrumentalsoli-Untiefen. Bevor dieses lähmende Element eintritt, darf man sich jedoch noch im Pathos und der 80er Rockheroen entliehenen Stimme von John Mitchell suhlen, wenn „Take it to the Sun“ kurzfristig an eine JOURNEY-Reunion glauben lässt. Es ist die Hingabe zum Detail, welche das Album zu einem Sahnestück für 80er Progrockfreunde macht. Kaum verwunderlich, daß der Titeltrack nach Pianointro, klassischem E-Gitarrensoli und einer wunderbaren Bridge in Richtung Streicher abdriftet.

Diee Reise auf „The Old Road“ führt durch herbstgefärbte Wälder, vorbei an ewigen Weiten über holprige Pisten, vorbei an Szenerien, welche die Seele streicheln aber auch abdriften lassen. MARTIN ORFORD mag vorhaben, sich zur Ruhe zu setzen, mit „The Old Road“ hat er einen würdigen Abschied geschaffen, welcher dazu einlädt, sich weitere Werke aus seiner Diskographier anzuhören. Tja… „Leave the race forever and reject the modern way“!

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