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MARTYN BATES & TROUM - To a Child, Dancing in the Wind

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Artist MARTYN BATES & TROUM
Title To a Child, Dancing in the Wind
Homepage MARTYN BATES & TROUM
Label TRANSGREDIENT/ DRONE
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Wenn sich Künstler verschiedener musikalischer Welten begegnen, kann oft etwas Einzigartiges geschehen, so wie in diesem Fall. Das norddeutsche Drone-Duo TROUM meets MARTYN BATES. Mag sich auf den ersten Blick nun vielleicht nicht spektakulär anhören, doch allein die Vita der Beteiligten lässt den Kenner aufhorchen. Unternehmen wir also eine kleine Zeitreise.

Der Engländer Bates ist vor allem durch den Namen EYELESS IN GAZA bekannt, dabei handelt es sich um ein „New Wave Projekt“, welches 1980 zusammen mit Peter Becker aus der Taufe gehoben wurde, der Name spielt vorwiegend auf das gleichnamige Buch von Aldous Huxley an. Zudem kollaborierte er in den 90ern mit ANNE CLARK und gründete des weiteren zusammen mit Alan Trench (ORCHIS’/ Begründer der World Serpent Distribution) die „Wyrd“ bzw. Avant-Folk Formation TWELVE THOUSAND DAYS. Die Bühnenbretter teilte er neben vielen anderen auch mit IN GOWAN RING, wozu ebenfalls eine gemeinsame VÖ existiert. Hinter der „Transzendental Drone Muzak“ von TROUM stecken Martin Gitschel und Stefan Knappe, 2 Drittel des Ambient Noise Konsortiums MAEROR TRI, Stefan betreibt außerdem auch das Label Drone Records, wo vorliegende, wunderschön aufgemachte CD auch vertrieben wird.

Bei den 6 Songs mit insgesamt 36 Minuten Lauflänge handelt es sich um 2 Instrumentals und 4 Bearbeitungen des berühmten Literaten/ Poeten William Butler Yeats (1865 – 1939). Ein paar Stichworte zu ihm: Nobelpreis für Literatur, Mitglied des irischen Senats, Begründer des irischen Nationaltheaters. MARTYN BATES nahm sich 4 seiner Gedichte an (die auch auf dem Digi Cover verewigt wurden), um diese mit seiner hellen und eindringlichen und sehnsüchtigen Stimme zu interpretieren. Damit steht er durchaus in der Tradition anderer begabter Zeitgenossen. So versuchte sich bereits ANGELO BRANDUARDI an dem titelgebenden „To a Child, Dancing in the Wind“, zu hören auf der LP „Branduardi canta Yeats“. Und ein Herr namens Bono trug anlässlich des 85-jährigen Jubiläums des Dubliner Abbey Theatre 2 Gedichte des irischen Poeten vor. Untermalt von einem eigens dafür aufgenommenen Backingtape sang der U2-Vortänzer im Jahre 1989 das auch hier vertretene „Mad as the Mist and Snow“.

Dieses ist auf „To a Child…“ als (überlanger) Opener vertreten und wird zum Abschluss auch noch mal in einer instrumentellen Drone-Version präsentiert, quasi also das Herzstück der VÖ. Und wie klingt das Resultat nun eigentlich? Die Mischung aus Loops, Djembe, Gitarren und Akkordeon (TROUM) plus der Mundharmonika/ Melodica von Herrn BATES, nicht zu vergessen natürlich die Vocals, erschafft sphärische bis schwermütige Klangwelten. Bilder rauer und karger Naturwelten formierten sich vor meinem geistigen Auge. Klarheit und Weite. Unendlichkeit. Das erinnert mich bisweilen an die ganz ruhigen Arbeiten von ANATHEMA oder auch vieles im Oeuvre von ANTIMATTER. Beim dritten Lied wird es erstmals eruptiver: Die aufpeitschende Stimmung rezitiert hier klassische Italo Western Scores zum finalen Duell Gut vs. Böse. „Spiel mir das Lied vom Tod“ – Auf der Mundharmonika. „I made my Song“ lässt dann den Gesang deutlich akzentuierter in den Vordergrund treten, der sonst eine perfekte Symbiose mit den warmen Dronen eingeht.

„Perfekt“ ist auch eine wunderbare Beschreibung des Gesamtprodukts hinsichtlich Konzept, Artwork und Ausführung. Für melancholische Wintertage ist diese gute halbe Stunde ein wunderbarer Begleiter. Wem Drone ansonsten möglicherweise zu eintönig ist, wird hier durch die poetischen Singer/ Songwriter Elemente sein Glück finden!

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