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MARY FAY - The Greater Thirst

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Artist MARY FAY
Title The Greater Thirst
Homepage MARY FAY
Label PERENNITY RECORDS
Leserbewertung
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7.0/10 (2 Bewertungen)

Die Schweden MARY FAY haben ihr erstes Lebenszeichen anno 2009 von sich gegeben und stehen seitdem für extrem eingängigen Alternative Rock irgendwo in der Schnittmenge von modernem Melodicore, THE RASMUS und STORY OF THE YEAR. Dieser Tage nun haben sie einen neuen 4-Tracker namens „The Greater Thirst“ auf dem Markt, die zweite in einer Trilogie von 3 EPs, die am Ende ein vollwertiges Album ergeben sollen.

Irgendwie reifer sind sie geworden, die Schweden, hat man den Eindruck. Nicht, dass man sie auf ihren früheren Veröffentlichungen nicht hätte ernst nehmen müssen, keinesfalls. Doch steckte in der manchmal fast schmachtenden Melancholie ihrer Songs immer etwas jugendlich Naives. Die Melancholie ist (zum Glück) immer noch vorhanden, vielleicht sogar noch ausgeprägter als früher, doch ist sie ernster und bitterer geworden. Das steht den Jungs gut zu Gesicht, zumal sie auch in punkto Songwriting und Arrangement einen guten Schritt nach vorne gekommen sind. Der Opener „Where Lovers Carve Their Mark“ ist gleich der erste Beweis für diese These, denn mit ihm eröffnen MARY FAY sich direkt einen völlig neuen Horizont, ohne großartig ihren vor Jahren eingeschlagenen musikalischen Weg zu verlassen. Viel Hall und eine eher getragene Grundstimmung schaffen eine Postrock-verdächtige Atmosphäre und der Moll-Refrain mit Breitwandgitarren gemahnt tatsächlich an frühere Werke von KATATONIA. „Everything Tolouse“ schlägt die Brücke zu den punkigen Elementen in der immer noch genauso eingängigen Musik des Vierers und regt dadurch einerseits zum Hüpfen an, glänzt aber gleichzeitig auf der anderen Seite ebenfalls mit seiner großartigen Melodieführung. Letztere ist nach wie vor und unbestritten der Mittelpunkt des Geschehens. Selbst, wenn es wie in „Regret & Matches“ mal härter und Core-iger zugeht, lässt es sich Fronter Alexander Backlund nicht nehmen, spätestens im Refrain noch einmal tief Luft zu holen und eine kraftvoll-eindringliche Gesangsmelodie zum Besten zu geben. Besonders überzeugend gelingt ihm das im abschließenden Titelsong „The Greater Thirst“, der ruhig und erneut sehr postrockig beginnt, aber schon nach kurzer Zeit zu einem treibenden und extrem eindringlichen Rocker mit hitverdächtiger Hookline avanciert. Instrumental gibt es bei MARY FAY nichts zu meckern, die Gitarren sind dicht verwoben, die Rhythmussektion ist absolut tight und groovt sich eindrucksvoll durch die vier Tracks von „The Greater Thirst“, auch der Sound der EP ist druckvoll und transparent, alles in allem also ein feines Rundstück.

Ich würde eine EP mit 15 Minuten nur zögerlich als Pflichtkauf benennen, aber wer auf guten Alternative Rock mit Arschtritt-Faktor und eingängigen Hooks steht, der sollte sich „The Greater Thirst“ auf jeden Fall mal anhören.

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