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MARY FAY - Just pretend

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Artist MARY FAY
Title Just pretend
Homepage MARY FAY
Label SOUND POLLUTION
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Was Schweden nicht alles schon für essentielle Charaktere der (jüngeren) Musikgeschichte hervor gebracht hat: da wären Metal-Klassiker wie SABATON, und mit MANDO DIAO hat man auch auf nichtmetallischer Seite Hochkarätiges zu bieten. Zwecks erstem musikalischen Eindrucks werden genau diese beiden auch von den noch nicht allzu lange bestehenden Landsmännern MARY FAY verwendet, und sie berufen sich dabei auf angeblich von der internationalen Presse geschürte Vergleiche. So absurd wie die Vorstellung eines solchen Hybriden klingt auch das ernsthafte Vorhaben, mit der kürzlich veröffentlichten EP „Just pretend“ eine Hörerschaft außerhalb des eigens geschaffenen Dunstkreises „Emo Rock“ zu begeistern.

Verkauft der einleitende Titeltrack das Dreigestirn noch ganz gut als Nutznießer des aktuell florierenden Pop-Punk-Revivals, nähert sich der Sound ab dem zweiten Stück schon ziemlich deutlich dem Eindruck, den das optische Erscheinungsbild der Truppe erahnen lässt. Der Mix aus 30 SECONDS TO MARS und den frühen BULLET FOR MY VALENTINE lässt sich jedoch weder auf den Promo-Fotos, noch auf musikalischer Seite nachhaltig verkaufen, bleibt qualitativ ergo deutlich hinter den offensichtlichen Vorbildern. Die cleanen Hooks bringen zugegebenermaßen einen hinreichenden Anflug von Catchyness mit sich, doch zwischen den seichten Gitarren-Melodien, plakativ-traurigen Pianos und Streicher-Arrangements, und kaum beeindruckenden Shouts wartet man während der kurzen Spielzeit von 13 Minuten vergeblich auf ein, vielleicht zwei kleine Momente, Einfälle, Ideen, mit denen die skandinavischen Schwarzscheitel ernsthafte Überzeugungsarbeit leisten könnten.

Weit entfernt von klassischem Metal, nicht wirklich nah am Indie und ein wenig spät mit der herzzerreißenden Emo-Theatralik – MARY FAY bleiben mit diesem kurzen „Appetizer“ trotz guter Produktion bestenfalls im Mittelmaß hängen. Über den ersten Longplayer kann ich zwar kein Urteil fällen, doch um möglicherweise auf einem künftigen zweiten langfristig überzeugen zu können, sollten die Jungs möglichst mehr zu bieten haben, als sie hier präsentieren.

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