Band Filter

MATCHBOX TWENTY - Show: A Night in the Life of Matchbox Twenty

VN:F [1.9.22_1171]
Artist MATCHBOX TWENTY
Title Show: A Night in the Life of Matchbox Twenty
Homepage MATCHBOX TWENTY
Label SOULFOOD/ SONY
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

Es ist Zeit für eine Berichtigung. Viele, ich eingeschlossen, haben MATCHBOX TWENTY für eine von diesen typisch amerikanischen Bands gehalten, die für genau einen Sommer in den Charts stehen, eine paar Hits haben und dann für immer verschwinden. Bands wie HOOTIE AND THE BLOWFISH. Bands, die so aufregend sind wie eine Fahrt über einen leeren Highway bei 30 Meilen die Stunde. Der Moderne gegenüber so aufgeschlossen wie ein Cornbread. Doch „SHOW“ belehrt uns eins besseren. Dies ist eine Truppe, die mit jedem Album besser geworden ist und eine verdammt starke, ja manchmal sogar grandiose Bühnenleistung abliefert. Die ihr Ding durchzieht, ganz egal, was andere davon halten.

Anders hätten sie es auch gar nicht so weit gebracht. Die Häme, die Rob Thomas in den letzten Jahren einstecken musste, reicht allmählich für eine Witzesammlung im Umfang eines Telefonbuchs. Kritik hagelte es vornehmlich dafür, dass seine Band weder Fisch, noch Fleisch sei. Für seine Frisur. Dafür, dass er seinen größten Erfolg als Hilfsvokalist für einen alternden Gitaristen feierte. Dabei stand „Smooth“ auf keinem einzigen eigenen Werk und auch auf der gerade abgeschlossenen Welttournee wurde der Song nicht gespielt. Trotzdem meint man, den entscheidenden Satz des Hits beim Betrachten der vorliegenden DVD unentwegt nachklingen zu hören: „Give me your heart, make it real. Or else forget about it“. Thomas spricht viel davon, wie es ist, älter zu werden und seine Leidenschaft glüht nicht mehr so überschwänglich wie die eines frisch verliebten Collegestudenten. Doch ist sie ebenso echt: Die Zurückhaltung der Studioproduktionen weicht einer härteren, direkteren Herangehensweise – erst auf der Bühne kommt der Rock aus seinem Versteck hervor. Die Gitarren werden entstaubt, Bass und Schlagzeug poliert. Digitale Projektionen und Wände voller Monitore bestimmen das Bühnenbild. Eine kühne, weil kühle Bilderwelt, die nicht natürlich zu der Band passt, sondern auf eine aufregende Art mit ihr kontrastiert. Abgesehen von diesem Beiwerk gibt es nur drei Sachen, die der Band am Herzen liegen: Songs, Songs, Songs. Das mag nicht für die Titelstory im NME reichen, doch am Abend eines Konzerts zählen keine Sprüche, sondern Taten. Und „Show“ gerät mehr als überzeugend. Mit einem Programm, welches die unterschiedlichen Schaffensphasen der Band gleichberechtigt einfängt und weder Längen noch wirkliche Schwachpunkte kennt. Nicht nur sind dies stimmige Kompositionen, jede von ihnen hat noch ein feines Lick oder einen satten Groove mit auf den Weg bekommen. Die Balladenstrecke in der Mitte wird nicht wie erwartet ein Gähner, sondern fährt das Gigantomanische der Arena auf das Flair eines intimen Clubs herunter. Dass Thomas ein guter Sänger ist, war einem schon vorher bekannt, doch seine hier dokumentierte Performance bringt ihn nahe an die Elite: Ed Kowalczyk, Bono und manchmal gar ELTON JOHN. Dazu passt auch trefflich, dass das Piano immer wieder im Vordergrund steht – diese Musik braucht das.

Opulenter kann man eine DVD zudem wohl kaum ausstatten: Zwei CDs, ein anderthalbstündiger Konzertmitschnitt, eine ausführliche Dokumentation und einige Extras, zusammengefasst in einem edlen Digipack. Ein Luxus, doch einer, den man sich gönnen sollte: Eine großartige Liveband am Abend eines perfekten Konzerts. Vielleicht das beste, was Amerika in Sachen Rock derzeit zu bieten hat.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu MATCHBOX TWENTY