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MATT ROEHR - UHAD2BTHERE! – Live Bootleg Vol. 1

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Artist MATT ROEHR
Title UHAD2BTHERE! – Live Bootleg Vol. 1
Homepage MATT ROEHR
Label GONZO MUSIC/ INTERGROOVE
Leserbewertung
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8.5/10 (2 Bewertungen)

Nachdem der frühere BÖHSE ONKELZ-Gitarrist MATT ROEHR im Oktober 2007 mit „Barra da Tijuca“ sein erstes Soloalbum herausgebracht hat und er mit seiner Combo, bestehend aus Sänger Charlie Huhn, dem früheren ONKELZ-Keyboarder Stephan Weiler sowie einer südamerikanischen Rhythmus-Sektion, im Januar diesen Jahres in Deutschland auf Tour war, erscheint nun mit „UHAD2BTHERE!“ auch gleich im Anschluss sein erstes Live-Album. Der Untertitel „Live Bootleg Vol. 1“ deutet darauf hin, dass hier eine Serie von Veröffentlichungen gestartet werden soll, die in unregelmäßigen Abständen neben Matts regulären Studioalben und denen zukünftiger Künstler auf seinem Label Mitschnitte von Konzerten, Sessions oder ähnlichem bieten soll. Der eigentlichen Bezeichnung „UHAD2BTHERE!“ kommt hingegen in zweierlei Hinsicht Bedeutung zu. Zum einen als Wink auf die von der Band wohl als großartig empfundene Konzertreise durch die hiesigen Gefilde und daneben hört auch einer der speziellen Coverstücke im Liveset auf den Namen „You had to be there“.

Womit wir auch schon beim Thema wären, denn anfangs stellt sich sicher berechtigterweise die Frage nach dem Sinn eines Live-Albums nur mit dem Debüt in der Hinterhand. Wird hier etwa eine vermeintlich interessante Reihe von Aufnahmen kreiert, nur um die wohlmöglich finanziellen Unzulänglichkeiten einer eher im bescheidenen Rahmen abgelaufenen Tour abzufedern? Ganz von der Hand zu weisen ist dies sicher nicht. Auf der anderen Seite ist es aber auch so, dass „Gonzo“ Kohle satt aus seinen ONKELZ-Tagen haben dürfte und die Konzerte in den kleinen Clubs doch von einer guten und positiven Stimmung genährt wurden, wovon wir uns in Dortmund selbst überzeugen konnten. Darüber hinaus sind es eben die bereits angesprochenen Coverstücke, die mit einen Reiz der Auftritte ausgemacht haben und die zwischen den eigenen Songs für Abwechslung gesorgt haben. Gleich fünf Fremdkompositionen finden sich daher neben nur sechs Tracks von „Barra da Tijuca“ auch auf der vorliegenden Zusammenstellung wieder, wobei dies wenig überraschend nicht für die drei die Konzerte beschließenden ONKELZ-Klassiker zutrifft.

Dafür enthält das Album aber Lieder von Charlie Huhns vormaligen Bands, nämlich „Weekend warriors“ von TED NUGENT und „I don´t need no doctor“ von HUMBLE PIE, daneben BOB DYLANs „All along the watchtower“, als Opener die Blues-Nummer „Going down“ von DON NIX, die auch schon von DEEP PURPLE oder PEARL JAM gecovert wurde, sowie das bereits erwähnte „You had to be there“ von dem amerikanischen Sänger/ Songwriter WAYNE KIRKPATRICK, welches auch im Film „Almost famous“ zu hören ist. Was auch immer gespielt wird, die Jungs verstehen ihr Handwerk und erzeugen mit jeder Menge Groove einen Mix aus Rock, Blues und Funk. Die Aufnahmen aus dem Capitol in Hannover und aus dem Berliner Columbia Club weisen eine gute Qualität auf und man fühlt sich doch ein wenig in das Konzert zurückversetzt. Überraschenderweise fehlen leider einige gute Songs von „Barra Da Tijuca“, vor allem „Garbage man“ und „Just be yourself“. Allerdings sind Stücke wie „Made to last“ oder „Sarcastic gutter blues“ auch nicht zu verachten.

Ein weiterer Kaufanreiz könnte zudem das DVD+ Format sein, in dem die Scheibe erscheint. Denn neben den 11 Audiotracks enthält die andere Seite des Silberlings noch drei zusätzliche Video-Clips. Die bei dem Konzert in der Neu-Isenburger Hugenottenhalle mitgefilmten Aufnahmen zeigen die Musiker aus verschiedenen Perspektiven, zwischendurch sind sogar kurze Aufnahmen per Handy zu sehen. Bei „I ain`t around no more“ und „Made to last“ kommt auch die tolle Stimmung bei den Musikern und im Publikum sehr gut rüber und beim Instrumental-Stück „Barra da Tijuca“ werden ferner Aufnahmen von dem gleichnamigen Stadtteil in Rio de Janeiro gezeigt.

Für MATT ROEHR Fans und Liebhaber gepflegter Rockmusik ist „UHAD2BTHERE!“ auf jeden Fall empfehlenswert, auch wenn trotz 60 Minuten Spielzeit noch einige andere Songs hätten berücksichtigt werden können. Aber die erscheinen ja vielleicht auf einer eventuellen weiteren Veröffentlichung.

1 Kommentar

  1. MajoBitschke sagt:

    Sehr schöne Rezension des Albums.
    Ich finde, dass es einem gute Laune bereitet, besonders Röhrs musikalische Leistung.
    Definitiv ist dieses Album einen Kauf wert.
    Finde bloß schade, dass die „Die Hard“ Onkelz Fans behaupten, dass es an die Musik der Onkelz nicht rankommt.
    Ich finde eher, dass die Musik der Onkelz überhaupt nicht im Entferntesten an dieses Livealbum herankommt, an die 1. Platte sowieso nicht.

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