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MATT SPRINGFIELD - Erase All Data

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Artist MATT SPRINGFIELD
Title Erase All Data
Homepage MATT SPRINGFIELD
Label AKA MUSIC
Leserbewertung
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4.5/10 (30 Bewertungen)

Mitte der Neunziger, als alle Welt entweder auf Dance-Pop oder aber Grunge stand, war MATT SPRINGFIELD fasziniert vom New Wave und der Kultur der Achtziger. Dieser Liebe ist der Franzose treu geblieben, hat Gitarre spielen und Programming gelernt und seine ersten Tracks geschrieben. Es sollte allerdings noch eine gute Dekade dauern, bis auch mal etwas von ihm veröffentlicht wurde und erst jetzt ist die Zeit für die erste Langrille „Erase All Data“ gekommen.

Wobei das mit der Langrille zu relativeren ist, denn das Debüt bringt es lediglich auf 30 Minuten Spielzeit, die auf neun Songs verteilt sind und um ein Video zur 2010er Single „Things I’ve Said“ ergänzt werden. Den Anfang macht jedoch die knackige Elektro-Pop-Nummer „The End of Life“, mit der Kollege Springfield umgehend auf den Dancefloor bittet, wo sich auch das eingängige „Poplife!“ wohl fühlt. Fans der KILLERS kommen bei dem treibenden Pop-Rocker ebenso auf ihre Kosten wie Anhänger der Eighties-Ikone KIM WILDE. Piano-Pop a la KEANE steht schließlich mit „Need You Tonight“ auf dem Programm, das ebenso wie „American Soldier“ ein wenig ruhiger ausgefallen ist. Wo das Tasteninstrument bei „Need You Tonight“ noch einigermaßen beschwingt daherkommt, bleibt der amerikanische Soldat im Stile einer LANA DEL REY sehr getragen, ehe das flirrende „Feel Loved“ den Neunziger-Jahre-Groove aufgreift und ERASURE-Mucke als Vorbild haben dürfte. Ich nehme an, dass MATT SPRINGFIELD für „See You“ ein wenig bei HURTS gespickt hat. Für die ganz große Hymne hat’s hier zwar nicht gereicht, aber der Herr ist nahe dran und auch „Things I’ve Said“ bringt doch zumindest die Füße zum Wippen. Für „Haunted“ werden einmal mehr kompakte Synthie-Flächen bemüht, die in einen britpoppigen Kontext bebracht wurden und vom tanzflächenorientierten People-Theatre-S-Monologue-Mix zu „Things I’ve Said“ abgeklatscht werden.

„Erase All Data“ klingt, als habe MATT SPRINGFIELD seinen musikalischen Vorbildern jeweils eine eigene Komposition widmen wollen. Dies ist in den einzelnen Songs auch durchaus gelungen, nur fehlt in letzter Konsequenz dann doch der rote Faden bzw. die eigene Handschrift. So bleibt der Erstling unbestritten nett anzuhören, aber ohne echten Tiefgang.

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