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MAX BUSKOHL - Sidewalk Conversation

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Artist MAX BUSKOHL
Title Sidewalk Conversation
Homepage MAX BUSKOHL
Label VERTIGO
Leserbewertung
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6.0/10 (25 Bewertungen)

Ok, ich gebe es zu, ich war sehr, sehr skeptisch, als ich das Debüt „Sidewalk Conversation“ von MAX BUSKOHL zum ersten Mal in Händen hielt. War der Typ vor ein paar Jahren nicht mal bei „Deutschland sucht den Superstar“ mit von der Partie? Richtig – 2007 war’s, da hatte er es bis ins Halbfinale geschafft und stieg dann aus, um nach eigener Aussage weiter mit seiner Band EMPTY TRASH spielen zu können. Nun steht DSDS nicht unbedingt für großartige Talente mit einer nennenswerten Halbwertszeit, insofern war es vielleicht sogar sehr schlau vom inzwischen 23-jährigen Berliner, Dieter Bohlen & Co. den Rücken zu kehren, auch wenn es seine 2005 gegründete Indie-Kapelle seit knapp zwei Jahren nicht mehr gibt.

Auf jeden Fall war ich angenehm überrascht, als ich den ersten Song „Holding Me“ zu Gehör bekam. Tolle Stimme, eingängiges Songwriting mit viel Drive und das Ganze ohne austauschbar zu klingen. Nein, mit DSDS hat das wirklich nichts zu tun und auch die folgende Piano-Nummer „No More Bad Days“, die bereits als Single ausgekoppelt wurde, überzeugt mit Schmackes und Emotionen, während „Invincible“ mit viel Rhythmus ins Bein geht. Poppiger präsentieren sich da die Beats von „Can’t Get A Minute“ und weisen eindeutig den Weg ins Radio, wo auch die zweite Auskopplung „Never Fall In Love Again“ eine neue Heimat finden könnte. Mit solchen Liedern erreicht der Mann mit dem prägnanten Namen mit Sicherheit das Mainstream-Publikum, doch erst wenn er einen Gang zurück schaltet, zeigt er sein wahres Potenzial, das sich beispielsweise beim Singer-Songwriter-Track „I Made A Mess“ offenbart, das mit großen Gefühlen gelassen umzugehen versteht. Das beschwingte „True Lovers Kiss“ schließt sich locker-leicht an, ehe Max mit „If You Were Never“ erneut ruhige Töne anschlägt und sich unplugged Richtung Sixties-Soul aufmacht. „Harder To Breathe“ lässt es unterdessen wieder dezent krachen, verschrecken will der Typ mit dem nachdenklichen Blick dann wohl doch niemanden, weshalb „I Think You’re Wrong“ recht handzahm ausfällt. Das soll aber keineswegs als Vorwurf verstanden werden, denn „Sidewalk Conversation“ bringt genügend Eigenständigkeit mit, um aus dem glatten Einheitsbrei herauszustechen. In diesem Zusammenhang sei beispielsweise das bluesige „Love’s The Easiest Part“ genannt, auf das der Titelsong folgt, bei dem erneut das Tasteninstrument eine große Rolle spielt, bevor „Rush“ auf der Zielgeraden noch einmal die Langäxte in Stellung bringt.

An der einen oder anderen Stelle hätte MAX BUSKOHL für mich noch ein paar Ecken und Kanten stehen lassen können, aber ich lamentiere auf hohem Niveau und insbesondere aufgrund des DSDS-Backgrounds habe ich mit deutlich Schlimmeren gerechnet. „Endlich kann ich heute richtig machen, was ich damals falsch gemacht habe.“ sagt MAX BUSKOHL über sich selbst. Musikalisch ist er auf jeden Fall auf dem richtigen Weg und hat einen authentischen Erstling abgeliefert, der von ehrlichem Handwerk zeugt.

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