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MAXIMO PARK - Too Much Information

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Artist MAXIMO PARK
Title Too Much Information
Homepage MAXIMO PARK
Label VERTIGO
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Too Much Information“ – das können Infos sein, die man eigentlich ums Verrecken nicht haben möchte und die nur unschöne Bilder ins Hirn pflanzen oder auch einfach ein riesiger Wust an Informationen, den kein Mensch mehr verarbeiten kann. Und natürlich das fünfte Studioalbum der englischen Indie-Rock-Kapelle MAXIMO PARK. Eineinhalb Jahre nach „The National Health“ bringen Fronter Paul Smith und seine vier Mitstreiter jetzt ein Dutzend Songs heraus, die aus den Aufnahmen zu einer EP fußen, die dann gar nicht mehr erschienen ist, weil das Material auch für eine Full Length reichte.

Auf Füllmaterial hat der Fünfer dabei glücklicherweise bei „Too Much Information“ verzichtet. Stattdessen starten die Herren mit „Give, Get, Take“ sehr tanzbar und eingängig und hauen mit ihrer Vorab-Single „Brain Cells“ einen Ohrwurm raus, der sich leicht unterkühlt und mit synthetischen Versatzstücken in die Gehörgänge frisst. Mit dunklen Wave-Sounds schließt sich mein Favorit „Leave This Island“ an, dessen ebenso warmer wie weicher Chorus sanft nachhallt. „Lydia, The Ink Will Never Dry“ nimmt wieder ein wenig Tempo auf und widmet sich mit typischen MP-Sounds der Kurzgeschichten der amerikanischen Schriftstellerin Lydia Davis. Mit dem knackigen „My Bloody Mind“ bittet das Quartett schließlich gutgelaunt auf den Indie-Dancefloor, ehe „Is It True?“ erneut die Elektro-Karte zieht und die Midtempo-Nummer „Drinking Martinis“ ebenso wie das treibende „I Recognise The Light“ mit verspielten Song-Strukturen gefallen. „Midnight On The Hill“ drängt es unaufgeregt nach vorn, bevor mit „Her Name Was Audre“ ein wenig Punk-Attitüde auf den Plan tritt. Dem Stück über die afroamerikanische, feministische Dichterin Audre Lorde folgen zunächst mit „Where We’re Going“ ruhige Klänge, die langsam wieder Fahrt machen, um dann schließlich mit dem Bonus-Track „Out of Harm’s Way“ ein paar Brocken Deutsch einzuflechten. In dem energiegeladenen Lied skandiert Mr. Smith nämlich mehrfach „Angst essen Seele auf“ und verweist damit vermutlich auf den gleichnamigen Fassbinder-Film.

Nun, Hits und Tanzflächen-Filler wie „Apply Some Pressure”, „Graffiti” und „Books From Boxes” sucht man auf „Too Much Information” vergeblich. Dennoch kehrt die Band, die Anfang des Jahrtausends als große Indie-Offenbarung galt, zu ihren Wurzeln zurück und verpasst der eigenen Musik im gleichen Atemzug eine gelungene Frischzellenkur. Solides Handwerk, das zu hören Spaß macht. Damit sind MAXIMO PARK nach dem zwiespältig aufgenommenen Vorgänger „The National Health“ auf jeden Fall wieder im Rennen.

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