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MAYBESHEWILL - I Was Here For A Moment, Then I Was Gone

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Artist MAYBESHEWILL
Title I Was Here For A Moment, Then I Was Gone
Homepage MAYBESHEWILL
Label FUNCTION RECORDS/ CARGO
Leserbewertung
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7.8/10 (9 Bewertungen)

Die britischen Kritikerlieblinge MAYBESHEWILL präsentieren dieser Tage ihr nunmehr drittes Album, das, den eigenen Titel Lügen strafend, nicht gerade nur einen Moment zu seiner Entstehung benötigte, sondern eineinhalb Jahre Zeit zur Reife verordnet bekam. So ist „I Was Here For A Moment, Then I Was Gone“ dann auch völlig anders als seine Vorgänger. Das ist erstmal weiter nichts Ungewöhnliches für eine Postrock-Combo, die etwas auf sich hält. Entscheidend ist aber, in welche Richtung man sich entwickelt.

In diesem Fall bedeutet es zunächst, dass das Schlafzimmer, in dem die letzten Alben entstanden sind, durch ein professionelles Studio ersetzt wurde. Produziert wurde natürlich trotzdem selbst, aber der Klassenunterschied im Sound ist schon deutlich spürbar. Aber auch musikalisch hat sich einiges getan bei MAYBESHEWILL.
Selbstverständlich wird auch dieses Mal nicht auf die heraus stechenden Merkmale, vor allem im Hinblick auf die Feinheiten in der Instrumentierung, wie Streicher, Piano und – dezenter als vormals verwendete – elektronische Einsprengsel, verzichtet. Und natürlich bleibt man strikt instrumental. Der Unterschied zu früheren Werken zeigt sich in den deutlich eingängigeren und im Gesamtkonzept homogeneren Arrangements, durch die die Musik etwas weniger verschroben wirkt. Böse Zungen mögen angesichts dessen mangelnden Tiefgang vermuten, aber mitnichten!

Im Gegenteil: Die Songs einzeln, aber auch das Album als Ganzes werden durch die gewonnene Dynamik eher noch mitreißender, die Laut-Leise-Kontraste – gewohnt gekonnt in Szene gesetzt – wirken noch stärker, und die schwelgerischen Melodien kommen noch besser zur Geltung. Manchmal hat man gar das Gefühl, es handele sich hier um eine moderne Indie-Variante von FAIR TO MIDLAND in ihren melodischen Momenten. Da ist man dann froh, dass keine weinerlichen Britpop-Gesänge dabei zum Einsatz kommen, sondern stattdessen an der richtigen Stelle ein kleines elektronisches Fiepen eingebaut wird oder einfach der nächste exorbitante Findling von Gitarrenriff den Abhang herunter gestoßen wird. Und schon ist das Ganze nicht mehr nervig, sondern einfach nur schön und bemerkenswert geschickt arrangiert. So wie ein Postrock-Album eben sein sollte.

Anspieltipps gibt es keine, denn einzelne Songs aus dem Kontext des Werkes heraus zu heben würde den jeweils anderen nicht gerecht werden. Insgesamt ist „I Was Here…“ ein fantastisches Album geworden. Ich würde es jederzeit kaufen. Und für euch gilt: Maybeyoushould…

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