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MAYLENE & THE SONS OF DISASTER - III

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Artist MAYLENE & THE SONS OF DISASTER
Title III
Homepage MAYLENE & THE SONS OF DISASTER
Label FERRET MUSIC
Leserbewertung
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9.0/10 (2 Bewertungen)

Kinder machen es einem oft nicht leicht im Leben und sorgen ein manches Mal für das eine oder andere Disaster. Sie können einem allerdings auch viel Freude machen, man frage da nur MAYLENE & THE SONS OF DISASTER. Diese lassen nun nämlich nach einigen Besetzungswechseln mit ihrer neuen Veröffentlichung „III“ durch ihren Namen die Erinnerung an die Legendäre Kate „Ma“ Barker einmal mehr aufleben. Bekanntester „Sohn“ ist wohl niemand geringeres als Dallas Taylor, Mitbegründer und ehemalige Schreihals der Emocore-Eisbergspitze UNDEROATH, deren christliche Einstellung man durch eine gepflegt ungepflegte Highway-Attidüde ersetzte.

So gibt es nun statt trauriger Emo-Jammerei eine extra rotzige Portion Southern Rock mit corigen Anteilen serviert, dass es nur so staubt! Nach Vogelgezwitscher und Insektengezirpe bleibt es nicht lange bei der einsetzenden netten Country-Melodie, stattdessen fegt der Opener „Waiting on my deathbed“ schwer rockig mit reibigem Krächzgesang davon und beeindruckt durch die dominante Gitarrenarbeit des Trios an den Langäxten, bestehend aus den Herren Collum, Cornutt und Williams. Damit die Jungs mit ihren heißgespielten Saiten nicht völlig abheben, sorgt das neben Dallas als einziges noch seit der Gründung im Jahre 2004 verbliebene Mitglied Roman Haviland mit seinem Bass für die nötige Erdigkeit – sehr schmutzige Nummer, aber geben wir es doch zu: Da stehen wir drauf! Noch dreckiger wird es dann mit dem folgenden „Settling scores by burning bridges“, mit den von Dallas bekannten Schreiparts und ziemlich chaoscorigem Geriffe, doch schon bald lässt die Saitenfraktion wieder Soli vom Stapel, die wohl selbst den guten ZAKK WYLDE zu euphorischen Luftgitarren-Exzessen hinreißen ließen! Den Refrain veredeln dann die Herren Taylor und Haviland mit zweistimmigem Gesang, was ihnen bei „Just a shock“ sogar noch besser gelingt. Die Nummer entpuppt sich mit flottem Gefrickel, den groovigen Drums und dem Ohrwurmchorus zu einem absoluten Highlight. Der krächzige Gesang, der phasenweise ein wenig an Mr. Kilmister erinnert, im Wechsel mit dem Shouting klappt wunderbar und be-schrei-tet dann mit den meist recht cleanen Refrains hitverdächtige Wege, besonders dann, wenn man wie bei „Step up (I’m on it)“ so richtig die Südstaaten aus den Boxen heulen lässt. Da klimpert neben den Riffwänden auch mal mittendrin ein Banjo im Country-Style – und lässt keinen Cowboy-Stiefel still stehen; ZZ TOP lassen freundlich grüßen. Doch Maylene und ihre Jungs geben sich sehr variantenreich und haben mit „Listen Close“ eine sehr eingängig, chartverdächtige Komposition parat, die im Vergleich zu den elf anderen Klangwerken sehr glatt wirkt und nicht nur im letzten Drittel an BON JOVI denken lässt. Dies bleibt aber während der Gesamtspielzeit von gut 39 Minuten allerdings eher die Ausnahme, denn das Sextett aus „Sweet Hoome“ Alabama will klotzen statt kleckern! Und das gelingt dank Fegern wie Mitgröhlstücken á la „Last Train Coming“ oder dem blueslastigem „Oh lonely grave“ mit seinem schleppendem, fiesem Mittelteil, erstaunlich gut.

Eine absolut cooler Cocktail aus Blues, Country, Southern Rock und (wenn man denn unbedingt will Metal-)core, den MAYLENE & THE SONS OF DISASTER da zusammengemischt haben. Die BLACK LABEL SOCIETY und MONSTER MAGNET bekommen Gesellschaft in den CD-Regalen der Anhänger des Genres, welche auf „III“ weder in der Produktion noch im Liedgut ein Disaster ausmachen dürften.

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