Band Filter

MDM - Modern Digital Militia

VN:F [1.9.22_1171]
Artist MDM
Title Modern Digital Militia
Homepage MDM
Label SPIRALCHORDS/ COP INT.
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
8.0/10 (4 Bewertungen)

Während europäische Industrial Rocker gerne dem „Style Over Substance“ Credo fröhnen, geht für die Kanadier MDM die Message über alles. Die Truppe aus Niagara Falls existiert seit Mitte der 90er und präsentiert nach 2 Tape Releases und 3 vollständigen Alben nun schon ihren 4ten Longplayer. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass mir der Name dennoch keine Assoziationen hervorrief, auch das gemeinsame Touren mit gestandenen Größen wie FRONTLINE ASSEMBLY oder KMFDM ändert daran nichts. Die von 2 auf mittlerweile 5 Musiker gewachsene Truppe scheint hierzulande aber auch noch nicht sonderlich in Erscheinung getreten sein, was sich mit dem quasi selbstbetitelten neuen Werk aber ansatzweise ändern könnte.

Lyrisch greift man vehement den südlichen Nachbarn und dessen krude Invasionspolitik an, Georgie Peorgie bietet da zumindest noch ein paar Monate eine gute Angriffsfläche. Blame Canada, wie es bei South Park so schön heißt. Die einzelnen Tracks (der englische Begriff bietet sich im Electro Rock natürlich an) kombinieren Metal und Electro auf recht bodenständige Weise, die angekündigten Techno Einflüsse reduzieren sich allerdings auf ein Minimum, wenn man die deutsche Definition für dieses Genre anwendet. Der Opener „Das ist Krieg (American Reich)“ fährt einen sehr PAIN-typischen Refrain auf und baut ansonsten auf klassisch abgehacktes Riffing und eine Art Sprechgesang zwischen kehlig und verzerrt. Die Gitarren scheinen teilweise direkt aus den seligen 80er Thrash Zeiten zu stammen, siehe etwa „Bitter End“ mit dem Old School EBM Beginn. Nicht gerade innovativ aber beizeiten doch recht effektiv gefiedelt. FEAR FACTORY, PRONG und ähnliche Verdächtige stehen natürlich Schlange an der Identitätskasse, werden aber trotz aller Bemühungen nicht erreicht. „Silence & Pressure“ mit seinem verschleppten Groove ist noch hervorzuheben, von dem es auch einen der beiden Remixe gibt.

Politisch absolut korrekte, sehr solide Ware, die trotz der Synthetik-Einflüsse manchmal erstaunlich altbacken klingt. Nach mehreren Durchläufen stellt sich aber durchaus leichtes Kopfwippen ein, live dürfte der ein oder andere Brecher gut abgehen. Oberer Durchschnitt aus dem Holzfäller-Country.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu MDM