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MECHANICAL MOTH - Rebirth

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Artist MECHANICAL MOTH
Title Rebirth
Homepage MECHANICAL MOTH
Label DARK DIMENSIONS
Leserbewertung
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Bei dem Cover von “Rebirth” musste ich an den kanadischen Kurzfilm „Madame Tutli-Putli“ denken: Eine Frau, die ins Licht geht und dort mit einer Motte verschmilzt, um eine Lichtgestalt zu werden. Man weiß nicht, ob sie wiedergeboren wird oder stirbt. Wie passend das doch eigentlich ist. Denn auch wenn das Insekt, das die neue CD von MECHANICAL MOTH ziert, deutlich detaillierter dargestellt wird als das Lichtwesen im Film, so wird damit die Situation doch ein Stück weit verkörpert. Nachdem Sängerin Matricide die Band verlassen hatte, stand man vor der Herausforderung, einen neuen Weg zu finden. Mit der neuen Sängerin Ivy allerdings beweist man, dass man als Band lieber schwimmt als unterzugehen.

Durch die neuen Vocals hat sich einiges bei MECHANICAL MOTH getan. Ivy bietet nämlich eine beeindruckende Soulstimme, mit viel Brustklang und Gefühl. Dadurch hat auch die Musik ein paar Soul- und Gospelelemente abbekommen. Zweiflern sei sogleich gesagt: Ja, die Kombination dieser Elemente mit einem EBM- und Goth-Elektro-Sound funktioniert durchaus. Stellenweise wird das Klangbild dadurch etwas leichter, was aber sogar von Vorteil ist. So erinnert der erste Song, „Dance Revolution“, glatt ein wenig an die guten alten ARMY OF LOVERS. Sicherlich ein unorthodoxer Vergleich, aber absolut zum Vorteil der Darmstädter. Besonders interessant geht es dann weiter mit „Cathedral“, ein Titel, der durch seine Lyrics betört, aber vor allem durch seinen plastischen Sound. Ivy klingt darauf beinahe wie eine dämonische Göttin, und überhaupt wirkt „Cathedral“ recht mystisch. Mit „Black Queen Style“ ist auch schon mein persönlicher Höhepunkt erreicht: Nicht nur wegen der hohen Qualität, sondern weil der sehr ironische Text so ziemlich das witzigste ist, das ich seit einer Weile gehört habe. Man kann sagen, dass MM wirklich Mut bewiesen haben, Mut zu frechen Lyrics, aber auch Mut zur Veränderung. Die alten und wahrlich guten Sachen in allen Ehren, aber die „Mutation“ steht ihnen auch. Als besonders stilvoll sticht auch „Passion“ hervor, ein Song mit treibenden Beats, gepaart mit sehr filigranen, magisch klingenden Effekten und sehr dunklen Vocals. Mit „Feenzauber“ ist auch ein deutscher Track vorhanden. Im Übrigen kann man hier von einem echten Geschenk an Fans reden: Neben dreizehn durchweg gelungenen Kompositionen werden für den PC drei weitere Tracks, neun Remixe, ein Videoclip und noch ein paar kleine Extras geboten. Großzügige Sache!

Als einziges Minus müsste ich sagen, dass der Sound manchmal ein wenig überladen wirkt, und das Gesamtbild noch nicht ganz homogen ist. Dafür spielt die Band allerdings auch mit allen Gefühlen zwischen defensiver Wut, Rache, Harmonie und Lust. Vor meinem inneren Auge tauchten Bilder von tanzenden Vampiren auf venezianischen Maskenbällen auf. Was ich damit sagen will: „Rebirth“ ist dekadentes und lustvolles Erlebnis. MECHANICAL MOTH haben also eindeutig das passende Licht gefunden, und ich bin gespannt, wie der nächste Höhenflug klingt.

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