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MEDEIA - Abandon All

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Artist MEDEIA
Title Abandon All
Homepage MEDEIA
Label SPINEFARM
Leserbewertung
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7.6/10 (12 Bewertungen)

Vor knapp drei Jahren fiel mir die selbstbetitelte EP der finnischen Truppe in die Hände und ich war gespannt auf das, was noch folgen würde. Mittlerweile ist geraume Zeit ins Land gezogen und es hat sich Einiges im Hause MEDEIA getan. „Abandon All“ ist nicht nur das bereits dritte Album der Nordlichter, es schließt auch eine Trilogie ab, die 2006 begonnen wurde. Thematisch knüpft man dort an, wo man mit dem Vorgänger „Cult“ aufgehört hat und widmet sich nuklearer Verwüstung.

Musikalisch ist man, abgesehen von einer Weiterentwicklung in punkto Brutalität und Finesse, beim Alten geblieben und so eröffnet „We All Fail“ die CD mit einem Paukenschlag. Ohne Vorwarnung bricht ein wütender, energiegeladener Shout von Fronter Keijo Niinimaa über den Hörer herein und es folgt eine Wand von Death Metal-Gitarren. Fetter Einstieg! Beinah unmerklich mischen sich Melodien in den Hintergrund, die weder zu penetrant in den Vordergrund treten, noch völlig untergehen. „Suffocation Diuturnal“ setzt auf verstärkt dissonant anmutende Gitarren und Keijo wütet auch hier munter weiter, bis der Song von lieblich klingenden weiblichen Vocals durchbrochen wird, die im Anschluss mehr in den Hintergrund rücken. Eine erste sehr überraschende und interessante Wendung, derer auf dem Album noch einige warten. Sowieso werden die Female Vocals sehr dezent und untermalend eingesetzt, eine schöne Auflockerung im Gesamtsound. Nebenbei zeichnet Sängerin Laura Dziadulewicz auch für Piano und Synthparts verantwortlich. Der Sound taucht in den unterschiedlichsten Variationen auf, doch ist er auf jeden Fall immer eines: Aggressiv, fies und verdammt finster. Man wandelt quasi zwischen „brutal-geradeheraus“ und ansatzweise „vertrackt-progressiv“. Letzteres trifft beispielsweise auf den vierten Track „In Motionless Decay“ zu, der es sich scheinbar zum Ziel gesetzt hat, alles, was vor den Boxen steht, gnadenlos aus dem Weg zu ballern. Der folgende Song „The Burning“ bietet mit seinem trügerisch ruhig wirkenden Piano-untermalten Intro minimale Verschnaufpausen – ab der Hälfte allerdings gewinnt der aggressive Part so langsam wieder die Überhand. Ähnlich verhält es sich mit dem Rausschmeißer „Centurions“, der allerdings den umgekehrten Weg von Raserei zur (trügerischen) Ruhe geht.

Hatte ich bei der EP vor einigen Jahren noch Bedenken geäußert, dass die Scheibe wohl bei zu langer Spielzeit eintönig werden könnte und sie länger nicht sein dürfte, so könnte ich hier beinah schon das Gegenteil behaupten. MEDEIA haben sich wirklich gemacht und können getrost als eine feste Institution der finnischen Musikszene und als eine der Vorzeigebands im brutalen Sektor gelten. „Abandon All“ ist ein rasender D-Zug geworden, der alles über den Haufen fährt und für Freunde extremer Klänge ein definitiver Anspieltipp ist!

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