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MEDEIA - Cult

VN:F [1.9.22_1171]
Artist MEDEIA
Title Cult
Homepage MEDEIA
Label FULLSTEAM RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
8.7/10 (3 Bewertungen)

Wenn man als erste finnische Band bei Myspace USA auf der Startseite gefeatured wird, dann muss man wohl in irgendeiner Art und Weise aufgefallen sein. Und wenn man sich tendenziell eher dem Death-Metal verschrieben hat, muss man sich umso mehr wundern… Und schaut man sich dann den „Cult“ um die „Frauengestalt aus der griechischen Mythologie“, die unter Euripides zur Kindsmörderin wurde (Cheers Wikipedia!) etwas näher an, so wird schnell deutlich, warum nicht nur die „MeinRaum“-Macher freudige Veitstänze um den im schnieken Digipack verschanzten Silberling machen. MEDEIA verstehen es doch tatsächlich im völlig überfüllten Todesblei-Extrem-Markt eigene Akzente zu setzen. Zugängliche Härte allenthalben ohne in irgendeiner Weise auszuwimpen. Das schafft nicht jeder!

Nach dem obligaten Intro bollert erst einmal „Cold Embrace“ in infernalischer Geschwindigkeit aus den Boxen, um kurz danach in eine riffbetonte Strophe überzugehen. Kurz danach wird deutlich wie MEDEIA sich ihre Stammeskollegen vom Hals halten: Laura Dziadulewicz (Gesundheit!) sorgt für Gänsehaut Backing-Vocals und getragene Castlevania-Synth-Piano-Einlagen! (Und wem der zugehörige Videoclip schon einmal über den Weg gelaufen ist, weiß dass die Band alles andere als humorlos ist…) An solchen Spielereien hängt sich das Ohr gerne auf und so steigert sich das Interesse an den kommenden Tracks noch einmal enorm. Und man wird nicht enttäuscht! „Descension“ rattert mit fiesem Thrash-Riff durch die nebligen Moore von Baskerville, überrascht aber einfach mal so zwischen durch mit Piano-Handclap-Part! Das hat die Welt noch nicht gehört, zumindest im Death Metal nicht. Solch würzigen Einlagen stören oder zerstören die Songs aber keineswegs und so muss man also konstatieren, dass die Finnen beim ersten Firmen-Longplayer schon eine Zielsicherheit an den Tag legen, die andere Bands erst beim vierten Album erreichen. Chapeau. So knüppelt sich der Fünfer um ROTTEN SOUND-Reibeisen Keijo Niinimaa (Grützi Gott Herr Niinima!) durch die 9 Tracks (Intro und Interlude abgezogen), das Ganze mit eigener Note serviert und um geschmackvolle Lyrics ergänzt: „On the cement floor lies a cross made from your intestines…“ oder „Let the razors cut your stomach open, bleeding through your wedding-dress, my post-mortem beauty queen…“ lassen Erinnerungen an die Größen des Gore-Metals aufkommen.

Nach einer etwas zu kurz geratenen Spielzeit von knapp 30 Minuten ist der Ausflug schon vorbei, aber in dieser Zeit bekommt der geneigte Metal-Freund achtenswerte, eigenständige finnische Todesblei-Kost vorgesetzt, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte! Nicht schlecht Herr Leichenbestatter! Sollte „DellaMorte DellAmore“ zur Neuverfilmung eingereicht werden, haben MEDEIA mit „Cult“ schon den passenden Soundtrack abgeliefert!

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