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MEGADETH - United Abominations

Artist MEGADETH
Title United Abominations
Homepage MEGADETH
Label ROADRUNNER RECORDS
Leserbewertung

Mega-Dave ist zurück mit neuer Mannschaft, alter Bissigkeit und dem sympathischen Knurrgesang. Die Kult-Thrasher MEGADETH melden sich anno 2007 mit „United Abominations“ eindrucksvoll zurück. Vergessen ist die experimentelle Phase oder die Schlaftablette „The World needs a Hero“. Schon das Vorgängerwerk „The System has failed“ konnte eine steigende Leistungskurve vorweisen, wobei Dave mit dem aktuellen Release noch einen draufsetzen kann.

Der von einigen Samplerbeiträgen bekannte Opener „Sleepwalker“ lässt auch gleich die Nackenwirbel knacken. Nach einem ruhigen Akustikeinstieg steigt der Song überraschend hart bis knackig ein und obwohl der Chorus nicht spektakulär ist, kann man von einem Einstieg nach Maß sprechen. „Washington is next!“ dagegen ist sehr 80ies-lastig und erinnert mit den melodischen Gitarrenläufen sogar etwas an IRON MAIDEN oder generell an die NWOBHM. Definitiv ein überraschend melodischer Track, der trotzdem frisch aus den Boxen tönt und das nächste Highlight des Rundlings markiert. Überhaupt klingt die ganze CD absolut nicht altbacken, auch wenn man die Zutaten aus den letzten Jahrzehnten zusammengeschustert hat. Die Produktion ist up-to-date und man spürt Daves Vision, es noch einmal wissen zu wollen, was sich in enormer Spielfreude und guten Kompositionen ausdrückt. Zudem sind die Songs, trotz der Soloeskapaden, sehr nachvollziehbar und man braucht nur 1-2 Durchläufe, um damit warm zu werden. Das zunächst für ein X-Box Spiel geschriebene „Gears of War“ bestätigt jenen Eindruck und gehört ebenfalls zu den Tracks, die evtl. auch längerfristig im Liveset verweilen dürften. Ob sinnig oder nicht ist wohl Geschmackssache, aber man entschied sich zudem den „Youthanasia“-Klassiker „A tout le monde“ neu aufzunehmen, wobei Cristina Scabbia (LACUNA COIL) ebenfalls gesangstechnisch aktiv wird. Beide Versionen haben ihren Reiz, aber das Original sagt mir dann doch ein Fünkchen mehr zu, was mancher anders empfinden mag. Die Texte bewegen sich zwischen Fiktion und Gesellschaftskritik, wobei insbesondere das „Versagen“ der UN einen Schwerpunkt für Rotschopf Mustaine darstellt.

Um zu vollständiger alter Stärke zurückzufinden, fehlen lediglich ein paar Klassiker, die auf den ersten 5-6 Veröffentlichungen halt noch präsenter waren. Nichtsdestotrotz ein bärenstarkes Release, welches aufzeigt, dass man MEGADETH noch nicht abschreiben sollte und das hoffentlich ein Ausrufezeichen in Richtung METALLICA sendet…

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