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MELECHESH - Enki

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Artist MELECHESH
Title Enki
Homepage MELECHESH
Label NUCLEAR BLAST
Leserbewertung
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9.0/10 (1 Bewertungen)

Schon seit der Gründung in Jerusalem vor über 20 Jahren hatte Mastermind Ashmedi Probleme, ein konstantes Line Up für MELECHESH beizubehalten. Nach der Verlegung des Band-Standorts in die Niederlande verdingte sich sogar Proscriptor (ABSU) am Schlagzeug! Seit dem letzten Album „The Epigenesis“ war es ruhig um MELECHESH geworden, zog es doch Langzeit-Gitarrist Moloch vor, sich auf sein Studium zu konzentrieren und auch Drummer Xul suchte das Weite. Was bleibt, ist ein Kompromiss: Moloch erledigte nun doch wenigstens noch die Studio-Aufnahmen und Ur-Drummer Lord Curse kehrte für die Aufnahmen ans Schlagzeug zurück. Für die Live-Action muss Ashmedi allerdings eine andere Lösung finden.

Für das neue Album „Enki“ allerdings funktioniert diese Zusammensetzung allerdings wunderbar! So kombinieren sich auf dem neuen Album packende Black Metal-Raserei, treibende Riffwände und orientalisch orientierte Leads so fesselnd, wie es nur Ashmedi hinbekommt! Da liegen die östlichen Klänge nicht dominant oben auf, sondern fügen sich harmonisch in die wuchtigen Gitarrensounds ein. Wenn es nicht passt, dann wird diese Facette auch nicht reingezwungen! Lord Curse ist sicherlich nicht so ein flexibler Drummer wie Proskriptor, verleiht den Songs allerdings eine Geradlinigkeit, die eine gelungene Konstante im Zusammenspiel mit den vielseitigen Gitarren-Riffs bietet. Dazu keift und speit Ashmedi garstig wie nie!

„Tempest Temper Enlil Enraged“ und „The Pendulum Speaks“ scheinen zu Beginn zwar noch etwas auf Nr. Sicher zu gehen, zeigen aber bereits welchen Druck aus Brutalität und Groove MELECHESH auf „Enki“ anstreben! Allein der Einstieg zu letzterem ist eine wahre Wucht! Wer glaubt, die raue Stimme von Max Cavalera (SOULFLY, ex-SEPULTURA) würde nicht zu Black Metal passen, wird mit „Lost Tribes“ (was ein passender Titel) eines besseren belehrt. So nimmt Ashmedi hier den Tribal-Groove auf und Cavalera brüllt und röhrt in bester Death Metal-Manier! Klasse! Den brutal groovenden Dampfhammer „Multiple Truths“ kennte man schon als Teaser-Song. Dieser Track hat im Vorhinein nicht zuviel versprochen! „Enki Divine Nature Awoken“ nimmt dann das Tempo etwas raus, bringt noch ein wenig mehr orientalische Atmosphäre ins Spiel und präsentiert zudem Sakis Tolis (ROTTING CHRIST) als Gast an den Vocals. Leider reist dieses düstere 9Min.-Epos dann doch ein kleines Loch in den Flow des Albums, passt er bei aller Klasse nicht zum roten Faden! Viel schlüssiger folgen da schon das thrashige „Metatron and Man“ und das leicht vertrackte „The Palm The Eye and Lapis Lazuli“, bei dem Rob Caggiano (ANTHRAX, VOLBEAT) einige Gitarren-Spielereien beisteuert!

Wenn „Enki Divine Nature Awoken“ schon nicht richtig in den Ablauf passt, dann sorgt das orientalische Percussion-Instrumental „Doorways to Irkala“ für einen deftigen Bruch im Flow! Herkunft hin oder her… solch ein Instrumental über 8Min. so dort zu platzieren, passt überhaupt nicht! Dafür bietet das abschließende 13Min.-Stück „The Outsiders“ nochmal eine packende Zusammenfassung des MELECHESH-Sounds. So scheint sich die Band hier nochmal richtig austoben zu wollen, was zur Folge hat, dass der Track mit seinen gedoppelten Vocals und packend-tragenden Riffs doch sehr an „O Father O Satan O Sun“ von BEHEMOTH erinnert.

Ein würdiges Comeback einer legendären Band, die sich mit „Enki“ wieder in den oberen Rängen des extremen Metals platziert. Mit einem festen Line Up und mehr Fokus auf die Songs dürfte da allerdings noch Luft nach oben sein!

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