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MELECHESH - Sphynx

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Artist MELECHESH
Title Sphynx
Homepage MELECHESH
Label OSMOSE PRODUCTIONS
Leserbewertung
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9.0/10 (1 Bewertungen)

Allein die Bandgeschichte von MELECHESH ist spannender als mancher Krimi. 1993 gründete ein gewisser Melechesh Ashmedi das Ganze und es war ursprünglich noch als Solo-Projekt ausgelegt. Dann kamen weitere Musiker aus Jerusalem und Bethlehem dazu, wobei aber deutlich gesagt werden muss, dass es sich hier nicht um israelische Staatsbürger handelt, ein oft verbreiteter Irrglaube. Das erste Demo trug den netten Namen „As Jerusalem Burns…Al‘ Intisar“ und man kann sich vorstellen, dass strenggläubige Juden so ihr Problem mit den Texten hatten… Ergo wurde man dann auch von der Polizei verfolgt. Immerhin vollbrachten MELECHESH noch eine weitere Groß-Tat im Land der Koteletten: Sie zogen das erste Black Metal Konzert in Jerusalem durch! Kurz danach war aber Schluss mit lustig und die Bandmember flohen ins musikalische Exil nach Holland und Frankreich. Einzig der Drummer blieb zurück, so dass man sich namhaften Ersatz ins Boot holte. Proscriptor der amerikanischen ABSU bearbeitete die Felle auf dem neuen Release.

Und diese CD (die dritte Veröffentlichung von MELECHESH) hat es wahrlich in sich, was zu einem nicht geringen Maße an den äusseren Begleitumständen liegt. Aufgenommen wurde in Göteborg in den Los Angered Studios mit Producer Andy LaRocque (druckvoll, aber recht leise), gemastered in den Niederlanden. Das Cover zeichnete (oder computergenerierte) Ron Woodall, Angestellter von George Lucas’ legendärer Industrial Light and Magic-Schmiede (z.B. Effekte für STAR WARS). Der Sound selbst trägt den schönen neuen Namen „Mesopotamian Metal“, was natürlich vollkommen nichtssagend ist. Auf deutsch übersetzt befindet sich eine Mischung aus klassischem Thrash, Black Metal-Einflüssen und orientalischer Melodieführung auf der Silberscheibe. Gerade die Verwendung von arabischen Skalen führt zu einem interessanten, ungewöhnlichem Hörgenuss. Track 2 („Secrets of Sumerian Sphynxology“) kommt so wie ein Bastard aus 80er KREATOR in Tateinheit mit arabischer Folklore rüber, teilweise sehr mosh-orientiert. Dann gibt es auch eher rasende, schwarz angehauchte Stücke, die dennoch nie den roten Faden verlieren, sowie 2 Instrumentals.

Natürlich denkt man bei dieser Mischung auch an NILE, welche aber als Grundidee eher die Verschmelzung aus technischem Death mit Ägyptologie verfolgen. Jedenfalls erreichen MELECHESH schon fast deren hohen Grad an Spieltechnik und Abwechslungsreichtum. Auf der CD befindet sich zusätzlich noch eine Multi Media Sektion, auf der u.a. ein Video zu „Genies, Sorcerers and Mesopotamian Nights“ vom letzten Album enthalten ist. „Sphynx“ muss man schon jetzt als eine der Ausnahmescheiben 2003 bezeichnen und für Osmose handelt es sich hier ganz sicher um eine Sternstunde!

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