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MELECHESH - The Epigenesis

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Artist MELECHESH
Title The Epigenesis
Homepage MELECHESH
Label NUCLEAR BLAST
Leserbewertung
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9.0/10 (3 Bewertungen)

Mit ihrem fünften Album sind die oriental-avantgarde Black Metaller auf dem Olymp angekommen und das bezieht sich nicht nur auf das neue Label! Man hat sich lange Zeit gelassen, akribisch in Istanbul gearbeitet an dieser Demonstration und eine Genre-Blaupause abgeliefert, die es in dieser Form noch nicht gab. Der Bandsound war immer schon sehr eigen, diesmal klingt aber alles bis ins letzte Detail ausgereift und ausgearbeitet, alles passt.

Schon der groovende Opener „Ghouls of Nineveh“ glänzt mit mehr Detailreichtum, wie bei anderen Combos die ganze Scheibe. Der türkisch-orientalische Einfluss ist unüberhörbar und perfekt eingewoben in das Songgerüst. Allerlei obskure Instrumente runden den Track ab. Das extrem knüppelige „Grand Gathas of Baal Sin“ brettert einfach nur ab, IMMORTAL treffen auf ORPHANED LAND, oder so in etwa. Der NILE-Ägyptologenpart im Mittelteil wirkt ebenso wenig fehl am Platze, wie die manischen Backings. „Sacred Geometry“ entführt anfangs in KREATOR-Regionen, bevor auch brettiger Metal der Marke NEVERMORE Einzug hält. Dazu Krächz-Gesang, Mehrfachchöre, ein CELTIC FROST-Gedächtnis-Uhhh und und und. Jeder einzelne Track dieser über 70-minütigen Lehrstunde in Sachen Extrem-Metal enthält so unglaublich viele Details, dasa man selbst nach dem 25.Hören immer noch Neues entdeckt! Und das Beste: Bei all diesen verschiedenen Einflüssen klingen MELECHESH jederzeit rund! Einzig der etwas dumpfe Sound schmälert das Hörvergnügen leicht. Aber auch das kann einem den Spaß an achteinhalb-Minütern wie „Mystics of the Pillar“ nicht vermiesen. Was bei NILE immer etwas gewollt eingebaut wirkt (und zudem auf Dauer anstrengend), erklingt hier wie aus einem Guss. Da kann man sich auch rein akustische atmosphärische Songs wie „When Halos of Candles Collide“ und „The Greater Chain of Being“ leisten, bei denen förmlich ein türkischer Basar vor dem geistigen Auge auftaucht. Das große Meisterwerk erschallt aber zum Schluss in Form des über 12 Minuten langen Titeltracks, der nun wirklich sämtliche Grenzen sprengt, eine monumentale Komposition, die einmal mehr eindrucksvoll aufzeigt, welch unglaubliche Entwicklung die Band durchgemacht hat. Fantastisch.

Die Jungs musizieren in einer ganz eigenen Liga, und IHR solltet unbedingt daran teilnehmen! Absolute Champions League!

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