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MELOSUSHI - Istini Distini

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Artist MELOSUSHI
Title Istini Distini
Homepage MELOSUSHI
Label FINEST NOISE
Leserbewertung
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1.0/10 (1 Bewertungen)

Matteo scheint in Italien ein gängiger Männername zu sein. Zumindest heißen bei der Kapelle MELOSUSHI alle drei männlichen Mitglieder so, während ihre blauhaarige Sängerin auf den Namen Chiara hört. Im lombardischen Bergamo beheimatet, hat sich der Vierer nicht Pizza, Pasta oder Gelato verschrieben, sondern macht krachenden Indie-Rock mit einer gehörigen Portion Punk.

Nun ist Italienisch irgendwie nicht so eine richtige Rocksprache und ich muss schon beim eröffnenden Rocker „Bestemmie Scalze“ unwillkürlich an GIANNA NANNINI denken, aber wir wollen den Azzurri natürlich gern eine Chance geben. Das folgende „L’ebbra“ lässt sich dann auch abwechslungsreich und spannungsgeladen an, ebenso das etwas experimentelle „Aureole“, das es straight nach vorn treibt, bevor „Riscatto“ zu einem kleinen Ausflug in noisige Gefilde einlädt. Im Vergleich wirkt „Tremo“ geradezu brav und poppig, doch selbstverständlich lässt es das Quartett wieder ordentlich krachen und während Signorina Nicoli sich die Lunge aus dem Leib schreit, taucht wieder das Bild von Mama Nannini vor meinem geistigen Auge auf. Bassbetont schließt sich das geheimnisumwitterte „Antidoto“ an, ehe das treibende „Vento Dai“ sich von einer recht eingängigen Seite zeigt und es mit „Istinto“ rhythmusbetont weitergeht. Mit „Notturna“ ist die Zeit für eine dramatische Pianoballade gekommen – für meinen Geschmack hät’s das nicht gebraucht, aber wahrscheinlich mussten MELOSUSHI zeigen, dass sie auch ein Herz haben, um dann mit „Mala Sorte“ final in die Vollen zu gehen.

Italien ist nicht das Land des Rock’N’Rolls und wird es auch mit MELOSUSHI nicht werden. Okay, die drei Herren und die Dame in ihrer Mitte haben solides Handwerk abgeliefert, aber es fängt halt doch einfach schon bei der Sprache an, die nicht so wirklich zum Rock passen will. Zumindest nicht für deutsche Ohren, die in erster Linie ihre Muttersprache und das allumfassende Englisch gewohnt sind. „Istini Distini“ ist ein netter Abstecher auf die andere Seite der Alpen und beweist, dass auch dort gerockt wird. Internationales Gewicht hat der Silberling allerdings nicht.

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