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METALLSPÜRHUNDE - Amokmensch

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Artist METALLSPÜRHUNDE
Title Amokmensch
Homepage METALLSPÜRHUNDE
Label DANSE MACABRE
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Rückblick: Bei der Vorgängerbesprechung „Blut & Spiele“ forderte ich vehement einen Labeldeal, zudem waren stimmliche Parallelen zu DAS ICH unverkennbar. Gegenwart: Bruno Kramms Firma DANSE MACABRE hat sich der Schweizer angenommen, und eine gemeinsame Tour steht auch in Aussicht. Die Perspektiven sind also mehr als gut, zumal mit einer so ordentlichen Langrille wie „Amokmensch“ im Gepäck. Allerdings hat man den Sound ein klein wenig modifiziert, weniger Electro und mehr Gitarren, so könnte man es auf eine kurze Formel bringen (nun wäre ich geneigt, die Truppe eher in unseren Metal Bereich einzuordnen). Geblieben sind die recht hintersinnigen deutschen Texte, auch das Artwork weiß auf Anhieb zu begeistern, doch nun mal ran an die Details.

Sänger Michel klingt immer noch ein wenig wie Herr Ackermann, allerdings sind seine Vocals nicht mehr so dominant im Klangbild, wofür wohl eine geänderte Abmischung verantwortlich ist. Mehr und mehr finde ich auch Anklänge an die Herren Witt und Mozart, die relativ simpel schreddernden Gitarren tragen ihr Scherflein dazu bei, dass hier eine Mischung aus Electro Rock und NDH aus den Boxen blitzt. Durch die immer wieder latent vorhandene 80er Stimmung – hervorgerufen durch entsprechend fiepende Sounds an signifikanter Stelle – wird allerdings das eigentlich ja überböse Genre immer wieder geschickt ironisch durchbrochen. Die lyrischen Ergüsse verhindern dann endgültig das Abgleiten in stumpfe pseudophilosophische Platituden, die der ehemalig „goldene Reiter“ mittlerweile so gut drauf hat. Bestes Beispiel der Song „Obszöne Neue Welt“ (zu dem als Bonus auch ein Video enthalten ist), der musikalisch ohne weiteres auch auf die neue „Bayreuth“ gepasst hätte, sich aber lyrisch auf gelungene Art und Weise zivilisationskritisch gibt. Am besten gefallen mir aber die beiden Opener „Metamorph“ und „Amokmensch“, die sich noch ein wenig ausgereifter zeigen als der Rest der Elf. Aus der Reihe fällt sicherlich „Clérambault“, nicht nur wegen des interessanten Titels, sondern weil es sich hier um ein Duett im Stile von ANGELZOOM/ L’ÂME IMMORTELLE handelt. Ausnahmsweise versucht sich Herr Frasse mal an richtigem Gesang, während Gelgia Caduff (CELL DIVISION, Thunderdome-Label) den weiblichen Part repräsentiert. Durchaus gelungen und nicht zu schwülstig. Zuguterletzt dürfte das GRAUZONE-Cover „Der Weg zu zweit“ sich zu einem Clubhit mausern, trotz oder gerade wegen des NDW-typischen Simpel-Refrains.

Mit Danse Macabre in der Hinterhand dürften die METALLSPÜRHUNDE nun endlich und verdientermaßen durchstarten. Ihr Stilmischmasch passt sicherlich zum Zeitgeist, während man diesen gerade textlich wieder aufs Korn nimmt. Zwar gefiel mir der Vorgänger noch einen Tick besser (da irgendwie eigenständiger), aber auch so ein Pflichtkauf für Fans aller erwähnten Combos.

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