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METALLSPÜRHUNDE - Böse Wetter

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Artist METALLSPÜRHUNDE
Title Böse Wetter
Homepage METALLSPÜRHUNDE
Label DANSE MACABRE
Leserbewertung
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6.5/10 (2 Bewertungen)

Die METALLSPÜRHUNDE melden sich mit viel Gebell und ihrer fünften Langrille „Böse Wetter“ aus der sonst eher beschaulichen Schweiz zurück. Drei Jahre und zwei EPs hat es gedauert, bis die Eidgenossen wieder neues Full-Length-Songmaterial auf einen kleinen Silberling gepresst haben, aber das Warten hat sich gelohnt. Nach dem STERNE-Cover und Clubhit „Was hat Dich bloß so ruiniert“, hauen die Elektrometaller wieder kräftig in die Synthietasten und Gitarrensaiten.

Mit dem eröffnenden Titeltrack „Böse Wetter“ bitten Mastermind Michael Frasse und seine Mannschaft umgehend auf den düsteren Dancefloor. Nicht minder treibend präsentiert sich „Heuchler“ und auch „Aus dem Schatten“ bringt eine Menge Drive mit. Die Nummer kombiniert Neue Deutsche Härte mit abgedunkelten NDW-Sounds, während man „Wo gehst Du hin?“ deutlich anhört, dass Frasse musikalisch irgendwann in den Achtzigern mal mit einem Atari-Computer gestartet ist. Die Synths piepsen und fiepen ohne die Tanzbarkeit des Songs aus den Augen zu verlieren. Das eingängige „Herzlichen Dank“ steht und fällt mit dem rauen Gesang des Bandvorstands, der stimmlich durchaus Parallelen zu Stefan Ackermann (DAS ICH) aufweist. Mit DAS ICH befanden sich die Schrottschnüffelköter bereits auf Tour, zudem sind die Schweizer seit der Vorgänger-LP „Amokmensch“ aus 2006 beim Krammschen Danse Macabre Label unter Vertrag. Texterin & Keyboarderin Marion Altwegg leiht derweil nicht nur dem elektrobetonten „In Deinem Bann“ ihrer Stimme, auch das folgende, recht minimalistische „Auf dem Grund des Sees“ kombiniert männliche und weibliche Vocals, bevor die METALLSPÜRHUNDE mit melancholischen Gitarrenriffs und Eighties-Electropop mit schwarzem Anstrich eine kleine Verschnaufpause einlegen. Streicherbombast steht am Anfang von „Mach es wieder gut“, dann darf erneut zu flotten E-Melodien getanzt werden. So wieder in Fahrt gekommen, bleibt „Hör auf“ in knackiger Bewegung. „Die letzte große Fahrt“ gibt es gleich in zweifacher Ausfertigung. Die Albumversion klingt mit ihren scheppernden Paukenschlägen nach Galeerenschiff-Taktvorgabe, später kommt noch eine Art Echolot-Pling-Pling hinzu. Zudem meint man im Hintergrund den Wind rauschen zu hören und auch der Schiffsjunge hat bei dem sehr atmosphärischen Midtempo-Track seinen Auftritt. Der abschließende PUNTO-OMEGA-Remix nimmt diese Elemente erneut auf. Bei den argentinischen Elektronikern werden die Schwarzkittel jedoch wieder zurück auf die Tanzfläche geschickt, wo sie sich noch einmal geschmeidig zur Schau stellen können.

„Böse Wetter“ ist eine Alarmmeldung unter Bergleuten, dass die Luft dünn wird und Gefahr droht. Warnungen dieser Art muss ich glücklicherweise hinsichtlich des neuesten METALLSPÜRHUNDE-Outputs nicht aussprechen. Im Gegensatz zur letzten Langrille ist der Sound wieder eine Spur elektronischer und an einigen Stellen zudem deutlich zurückhaltender ausgefallen. Ich persönliche hätte nichts gegen mehr Langaxt-Einsatz gehabt, aber die elf Songs sind durchweg sehr eingängig ohne dabei austauschbar zu wirken. Den einen oder anderen Titel wird man deshalb mit Sicherheit auch in den Clubs zu hören bekommen.

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