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METRO STATION - s/t

VN:F [1.9.22_1171]
Artist METRO STATION
Title s/t
Homepage METRO STATION
Label COLUMBIA/ SONY
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
1.0/10 (1 Bewertungen)

Verdammt waren das noch Zeiten, als wir wie junge Wilde durch die Gegend zogen. Erste Alkoholexperimente waren ebenso ernüchternd wie das Fummeln am fremden Geschlecht. Aufgehört damit haben wir trotzdem nicht. Warum auch. Irgendwo sind wir doch alle Teenager geblieben. Nur mit weniger Pickeln und mehr Sex. Oder so. Auf alle Fälle haben wir einen besseren Musikgeschmack, dass ist schon mal klar. Ein Geschmack, der die innere Sirene laut aufheulen lässt, wenn eine Band aus Verwandten von Stars einer Teenie-Serie zusammengebastelt wurde. Was ist das denn? Wäre ja fast so, als würde Stefan Raab mit der Maus einen Song aufnehmen – verdammt, hat er auch. Nun ja, ganz so arg ist es mit METRO STATION dann doch nicht, aber Trace Cyrus und Mason Musso (deren Geschwister in Hannah Montana Hauptrollen spielen ) wollen uns dennoch ihre Teenyprobleme andrehen.

Da ist man nicht „Forever Seventeen“, will in der nächsten „Disco“ einen „Shake it“ machen, rätselt, wie man bei der Angebeteten endlich einen Stich landet und lässt sich zu einer bedauernswert einfältigen Ode an „California“ hinreißen. Textlichen Tiefgang konnte man ja auch nicht erwarten, aber derartiges Katzenklotieftauchen ist dann doch dick aufgetragen. Dabei sind die Jungs geradezu für den nächsten Bravo-Starschnitt prädestiniert, derart Emo ist höchstens noch ihr eigener Elektropoprocksoundverschnitt. Irgendwo zwischen FALL OUT BOY, MY CHEMICAL ROMANCE und PANIC AT THE DISCO haben die Kalifornier ihre Kinderfahrkarte ins Chartglück gezogen. Dabei mit inbegriffen sind massenweise Myspace-Freunde und östrogengeile Teenagerluder. Songs wie „Wish we were older“, „True to me“ oder „Disco“ scheinen allerdings eher von WHAM abgekupfert zu sein, derart billige 80er Synthiepopsequenzen wirken eher peinlich als ernst gemeint. Derweil würde „Control“ doch tatsächlich irgendwie ein wenig nach der von den Jungs angebeteten Band, THE POSTAL SERVICE klingen. Na ja zumindest irgendwie, spätestens beim obligatorisch Drauflos-und-durch-Refrain ist es auch da mit der Stimmung vorbei. Schon ne reichlich einfältige Sache, was da abgezogen wird, aber all das Fremdschämen hilft nicht, manche Beats bleiben einfach im Gehör. Das herrlich naive „Kelsey“ z.B. lullert seine Synthesizer derart geschickt zwischen das klimpernde Piano, dass dem atemlosen, dahin hechelnden Trace Cyrus glatt das Testosteron aus den Körperöffnungen tropft.

Das selbstbetitelte Debüt der amerikanischen Teenager ist eine ziemlich einfältige Clubnummer, mit reichlich naivem Textwerk auf Bravo-Fotostory Niveau sowie einem etwas seltsam anmutenden Hang zu 80er Jahre Popsynthesizern. Doch die Pop- und Marketingmechanismen funktionieren prima, was der Band auch ihren Erfolg bringen wird. Ist ja auch egal, ob nun ein HOTEL in TOKIO oder eine METRO STATION, für PANIC AT THE DISCO sorgt man mit diesem Sound allemal.

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