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MGMT - Oracular Spectacular

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Artist MGMT
Title Oracular Spectacular
Homepage MGMT
Label RED INK
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Hinter MGMT verbergen sich die Herren Andrew Vanwyngarden und Ben Goldwasser, die sich erstmals 2002 auf dem grünen Campus der Wesleyan University in Middletown/ Conneticut über den Weg liefen. Mehr zufällig wurde aus den beiden ein Duo, das im Bereich Performance-Art-Provokation begann, „unmöglich nervige, laute Elektronik-Liveshows“ zu inszenieren, die oftmals nur aus einem Song bestanden und 15 Minuten lang waren. Aber irgendwie gefiel den Leuten das, was Vanwyngarden und Goldwasser eigentlich als besonders schlechte Beispiele eines Genres gedacht hatten. Das Ergebnis konnte man zunächst auf der 6-Track-EP „Time To Pretend“ und jetzt auf der Debüt-Langrille „Oracular Spectacular“ hören.

MGMT nennen ihre Musik „Future-Seventies-Sound“ und tatsächlich haben Andrew und Ben so ziemlich alles elektronisch aufbereitet, was in den letzten 40 Jahren an musikalischen Einflüssen verfügbar war – sieht man mal von den ganz harten Klängen ab. Dabei haben wir es keineswegs mit schnöder Resteverwertung zu tun, sondern mit einem abgefahrenen Elektropop-Gebräu. Angefangen bei der bittersüßen Singleauskopplung „Time To Pretend“, das es ebenso wie „Kids“ von der besagten EP auf das Album geschafft hat, über die verschrobene Siebziger-Nummer „Weekend War“ und das schmachtende „The Youth“ lassen MGMT neue Klangwelten erahnen, in denen Hook-gespickte Poptöne für das neue Jahrtausend erschaffen wurden. Dem schließt sich der Disco-Reißer „Electric Feel“ irgendwo zwischen den BEE GEES und SCISSOR SISTERS an, um mit „4th Dimensional Transition“ Psychedelisches durch die Boxen zu jagen. Mehr Richtung Singer/ Songwriter geht’s mit „Pieces of What“ – natürlich wieder in einer besonderen, elektronischen MGMT-Ausführung. „Of Moons, Birds & Monsters“ scheint eher von einer Rockoper inspiriert worden zu sein, während „The Handshake” ein eher ruhiger Vertreter mit leicht fernöstlichem Charme und DAVID BOWIE-Anleihen ist. Bleibt noch das flotte „Future Reflections“ mit dem MGMT vermittels Hammondorgel Vorahnungen von einer post-apokalyptischen Zukunft verarbeiten, in der junge Menschen am Strand leben und einem wilden, aber kultiviert einfachen Lebensstil frönen und surfen gehen.

Wer jetzt den Eindruck gewonnen hat, dass hinter MGMT zwei etwas verwirrte Geister stecken, dem will ich gar nicht widersprechen. Aber dank der Kreativität der Wahl-New Yorker ist „Oracular Spectacular“ auch ein sehr abwechslungsreiches und hörenswertes Album geworden.

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