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MIA HOPE - We are just satellites

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Artist MIA HOPE
Title We are just satellites
Homepage MIA HOPE
Label RISING RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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„Ein Debüt Album, das an die Erstlinge mancher Bands erinnert, die danach in absehbarer Zeit richtig durchgestartet sind“ – das ist mittlerweile mein Eindruck von MIA HOPEs „We are just satellites“. Anfänglich tat ich mich zugeben etwas schwer mit dem Sound der jungen Briten, doch Autofahrt um Autofahrt und Hördurchgang um Hördurchgang eröffneten mir eine vielversprechende Scheibe irgendwo zwischen Metal- bzw. Mathcore und Post-Hardcore. Damit fabriziert das Quintett nun bekanntlich nichts grundlegend Neues, verlangt einem aber durch enormen Drive, Verbissenheit und spielerisches Können durchaus Aufmerksamkeit ab.

Mit einem tollen Instrumental-Intro eröffnet „Pollyana“ die fast 55minütige Gesamtspielzeit und lässt mit den gegen Ende dann doch noch auftauchenden Shouts schon einmal Einblick gewähren in das, was einem unter anderem bei dem folgenden „(Filmed like a) Modern Day Noir“ erwartet. Ein netter Breakdown begrüßt den Hörer an der Metalcore-Tür, ehe Frontschreier Matt Wakefield einen derart wütend erwischt, dass man das Gefühl bekommt, grad bei einem Einbruch ertappt worden zu sein. Sein Shouting wirkt extrem angestrengt und bisweilen etwas übertrieben, gliedert sich aber mit zunehmender Spielzeit für das Ohr des Rezipienten dann doch in den wüsten Klang der Band ein. Dass man hier nicht mit bedingungsloser Gradlinigkeit protzen will, fällt schnell durch das vertrackte Songwriting auf. Stakkatos, Blastanfälle und die bestialischen Schreie, oft auch von Gitarrist Phil Buch ergänzt, ergeben ein interessantes Mathcore-Songwriting, welches dann aber durch die teilweise herrlich melodische Riff-Arbeit wie beispielsweise bei „Great Danes with wings“ schön aufgelockert wird. Nach diesem Rezept erzeugt man dann oft einen Rundlauf chaotischer Phasen, die in einem Breakdown enden, woraufhin schließlich ein annehmbarer Klargesang-Part folgt. Wirklich zur Ruhe kommen dabei weder Band noch Zuhörer, vor allem dann nicht, wenn man wie bei „More optimistic days“ noch einen dicken Groove-Rhythmus einbaut. So schmeißt man eben nicht nur wie viele Kollegen mit haufenweise Breakdowns herum, wenngleich natürlich auch MIA HOPE reichlich davon zu bieten haben. Diese gestalten man ebenfalls nicht gerade revolutionär, dafür aber – und das ist eigentlich auch deutlich wichtiger – bauen sie diese meist höchst ordentlich auf, so dass der Pit vorher entsprechend energisch aufgeladen wird. Beispielsweise startet man bei „Nows not a good time“ das Fest der fliegenden Fäuste und Beine mit einem elektronischen Einspieler, während man es dann bei „50 Year Storm“ eher klassisch mit einem ausgezeichneten Singalong-Part versucht. Dass man dabei nicht nur auf kurzweiliges Austoben bedacht ist, beweist das letzte Stück „Writing in the dark“, bei dem man fast achteinhalb Minuten am Stück bestens unterhält und seine zweifelsohne Fähigkeiten ganz klar unter Beweis stellt, sei es beim Kern der Nummer selber oder dem epischen, größtenteils instrumentalem Outro als wunderschönem Anhang.

„We are just satellites“ braucht eine gewisse Zeit, dann aber überzeugt das Talent der fünf Londoner und umkreist einen mit netten „Ideechen“ und bezaubernden Riffs. Die zwölf sauber produzierten Klangwerke beinhalten nun noch nicht die großen Hits, zeigen aber, dass hier massig Potential vorhanden ist. Mit solchen Scheiben haben schon viele Große angefangen, und so würde es nicht wundern, wenn die Satelliten von MIA HOPE in Zukunft je nach Entwicklung in dem Sonnensystem von entweder THE DILLINGER ESCAPE PLAN schweben oder in den Galaxien von DARKEST HOUR.

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