Band Filter

MIA. - Willkommen im Club

VN:F [1.9.22_1171]
Artist MIA.
Title Willkommen im Club
Homepage MIA.
Label COLUMBIA/ SONYBMG
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
6.4/10 (9 Bewertungen)

Eine Einladung, auf die keiner gewartet hat? So scheint es MIA. mit ihrer musikalischen Eintrittskarte zu gehen, betrachtet man das gnadenlose Bashing, das beispielsweise bei Amazon betrieben wird. Polarisiert hat man ja schon immer, doch nun scheint die Waage brutalst möglich zu einer Seite auszuschlagen. Und wirklich, so auf den ersten Blick klingt das neue Werk doch irgendwie zahnlos. Wo ist der Mut zu Pop-Avantgarde und Provokation? Kein Ökostrom mehr, noch nicht mal mehr dressierte Tanzbären… Du siehst mich fragend an – mein Fan? Vielleicht sollte man doch etwas tiefer graben und der Platte eine Chance geben. Live hörten sich Elektrop Pop Knuspereien wie „Kapitän“ doch gar nicht so schlecht an.

Überdeutlich ist die Dominanz der Synthies, die Unterlegenheit der Gitarren, die neue gezügelte Sanftheit in Frau Katzens Stimme. Sie schnurrt wie ein Schmusekätzchen, übt nicht mal mehr globale Kritik, die Hinwendung zu privaten Emotionen als kleines silbernes Schmuckkästchen. Überall uuhhhh und aaahhhs, Wortwiederholungen, simple Beats und doch kann man sich insbesondere von den ersten 3 Stücken durchaus gefangen nehmen lassen. Der Kopf nickt gefällig im Takt, der Fuß wippt und ganz tief im Rachen wird der Mitsummapparat animiert. Sind alle Kritiker also schon viel zu klug geboren? Wer die punkige Schlagseite der ersten beiden Alben mochte, ist in diesem Club definitiv an der falschen Adresse. Wer auf verbalen Kuschelsex steht, ist mit der neuen KLEE besser beraten. Und ja, im Mittelteil sind ein paar Füller gelandet. Und dennoch: Die Aussicht fängt gerade an, mir zu gefallen. Eine nette Sommer-Liebelei. Streitbar das bis dato schlechteste MIA.-Album, perlt aber immer noch recht ordentlich, gerade bei einem alten Electro Freak wie mir.

Bezogen auf das Wende-Cover eher „Raumpatrouille Orion“ als „Battlestar Galactica“ aber gerade dieser schräg-trashige Charme macht aus MIA. immer noch eine Ausnahmeformation, die eben jetzt nicht mehr die ganz großen Demos anführt. Und einige der selbsternannten Top-100 Rezensenten sollten den VÖ-Tag vielleicht lieber zum Probehören nutzen anstatt wie wild irgendwelchen Unsinn in die Tasten zu hauen.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

MIA. - Weitere Rezensionen

Mehr zu MIA.