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MICHAEL FUCHS-GAMBÖCK/ EVA SÜDPOL - Verkehrsprobleme – Sex in der Generation @ (Buch)

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Artist MICHAEL FUCHS-GAMBÖCK/ EVA SÜDPOL
Title Verkehrsprobleme – Sex in der Generation @ (Buch)
Homepage MICHAEL FUCHS-GAMBÖCK/ EVA SÜDPOL
Label PERIPLANETA
Leserbewertung
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1.0/10 (1 Bewertungen)

„Alles Reden über die Liebe ist wie Tanzen über Architektur.“

Trotzdem versucht es alle paar Monate jemand erneut. In diesem Fall sind es Michael Fuchs-Gamböck und Eva Südpol, die die „Verkehrsprobleme“ in der Generation @ sowohl aus der männlichen als auch der weiblichen Position beleuchten. Und wenn man dem Buch glauben darf, dann sind das so einige. Zu jedem Thema gibt es immer eine, zumeist recht persönliche, Geschichte der beiden Geschlechter zu lesen. Es geht um Sex, Beziehungen, Liebe, Flirt, das Internet und auch Homosexuelle werden nicht ausgelassen. Also für jeden etwas dabei.

In vielen der Geschichten entdeckt man sich in Teilen wieder und es fällt auf, dass man diese Sachen so oder so ähnlich auch schon mal erlebt hat. Andere Stories klingen so abgefahren, dass man sich plötzlich für den spießigsten und langweiligsten Menschen hält, der auf der Welt herumläuft (oder das geht nur mir so), weil ich nichts davon halte, mich gegen Sex von reichen Männern (oder Frauen) aushalten zu lassen oder versuche so viele One-Night-Stands wie möglich mitzunehmen. Bekannter ist da schon die Beschreibung von Dates aus dem Internet. Die mangelnde Rechtschreibung, die einem dort immer wieder begegnet, die Freaks die sich dort rumtreiben, garantiert IMMER an mich geraten und die Ernüchterung, dass man sich online zwar gut versteht (weil man lügt, was das Zeug hält) aber sich in der Realität nichts zu sagen hat und der Typ (oder die Frau) meistens auch nicht so aussieht wie auf dem Foto. Verdammte Oberflächlichkeit. Des Weiteren werden auch gerne Klischees bedient, wie zum Beispiel „Im Netz der Schwulen“, wo die Autorin ihre Erfahrungen als beste Freundin einer Heerschar an schwulen Freunden verarbeitet oder der Autor von seinen ersten und einzigen homosexuellen Erfahrungen berichtet, da Mädchen zu Beginn seiner Pubertät für ihn unerreichbar erschienen. Liest sich ja ganz nett, aber wollen wir wirklich wissen, wie sich 15 Zentimeter hartes Fleisch in einem Darm anfühlen?! Ich jedenfalls werde nie wieder unbefangen Nivea Creme benutzen können. Immerhin räumt die Autorin mit „dem Mythos der großen schwarzen Schwänze“ auf, denn „Jambo hatte ein Ding, das Frau eher als mickrig bezeichnen konnte“ und erwähnt dann auch gleich, dass nun alle deutschen Männer erleichtert aufatmen können. Aha. Nun gut, irgendwie ist das Ganze ein bisschen wie „Sex and the City“ in Buchform. Die Sprache recht unverblümt und am Ende läuft es immer auf Sex hinaus. Die romantische Liebe ist tot, die Scheidungsrate liegt in Deutschland bei über 50 Prozent, alles ist schnelllebiger geworden, man trifft sich nicht mehr persönlich sondern im Internet, der Trend geht zur sexuellen Befreiung und offenen Beziehungen. Auf Menschen einlassen und Beziehungen aufbauen, ist aus der Mode gekommen. Ein düsteres Bild, was das Buch von der Liebe in der Gegenwart zeichnet. Menschen, die heutzutage zugeben, dass sie romantisch sind und auf den Richtigen warten, mit Hochzeit, Kindern und allem drum und dran, werden schief angeguckt und schon fast zu Aussätzigen erklärt. One-Night-Stands, möglichst viele und ausgefallene Erfahrungen gehören zum guten Ton, Standard am Laken ist nicht mehr gefragt. Hast du noch Blümchensex oder lebst du schon?

Ganz ehrlich, das Buch liest sich nett, man amüsiert sich und fühlt sich kurzzeitig gut unterhalten, doch würde ich „Verkehrsprobleme“ nicht zu den Büchern zählen, die man unbedingt besitzen oder zumindest gelesen haben muss. Da würde ich andere empfehlen. Wer aber ein wenig seichte Unterhaltung sucht und seine voyeuristische Ader ausleben möchte, ist mit dem Buch bestens beraten.

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