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MICHAEL MONROE - Blackout States

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Artist MICHAEL MONROE
Title Blackout States
Homepage MICHAEL MONROE
Label SPINEFARM
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MICHAEL MONROE ist einer der letzten Großen aus der Zeit, als Punk noch wild war. Mit seiner Band HANOI ROCKS gab er dem rotzigen Punk einen Schuss Glamour und schuf gleichzeitig den Übergang zu Bands wie GUNS N’ROSES. Seit gut zwanzig Jahren ist er solo unterwegs, und seit gut zwanzig Jahren trauert er darum, dass die guten alten bösen Zeiten lange rum sind. Das ist auch auf der neuen Platte „Blackout States“ nicht anders.

Das Ziel seines aktuellen Nostalgie-Trips ist allerdings nicht mehr New York (wie vor zwei Jahren auf „Horns And Halos“), sondern vor allem London, an das er sich in „Old King’s Road“ und „Dead Hearts On Denmark Street“ erinnert. Gedenken an die vielen kaputten Typen, die man damals kannte, die im Drogensumpf versackten, aber wenigstens nicht den ganzen Tag mit dem Sagrotan-Tuch wedelten. An Leute, die eben noch richtig echt und authentisch waren, die wild und gefährlich lebten und an Musik statt an Kommerz interessiert waren.

Dementsprechend gibt es musikalisch wenig Neues auf „Blackout States“: satten Punkrock, drei Akkorde, vielleicht auch mal vier, ein paar schön knarzige Riffs, gelegentlich ein Saxophonsolo vom Meister selbst sowie seine charakteristische, helle, leicht angriffslustige Stimme. Das funktioniert streckenweise recht gut: Der harte Drive von „RLF“ knallt ordentlich, Songs wie „Keep An Eye On You“ oder „Goin’ Down With The Ship“ sind schöne, melodische Mitgröler, „This Ain’t No Love Song“ und „The Bastard’s Bash“ haben genau die richtige Portion kantiger Gemeinheit. So etwas Ähnliches hätte man allerdings über fast jede von MICHAEL MONROES Platten seit „Demolition 23“ von 1993 sagen können. Und wenn ein Song wie „Under The Northern Lights“ mal etwas anders anfängt – ruhig und beinahe folkig, was MICHAELS Stimme übrigens auch sehr gut trägt –, dann dauert es nur acht Takte, bis es „one-two-three-four“ aus dem Off schallt und Drummer Karl Rockfist wieder heftig an der Temposchraube dreht.

Also: Keine Überraschungen, aber immerhin ordentlich Energie. „Growing older gracefully, no, it ain’t the thing for me“, singt der inzwischen 53jährige MICHAEL MONROE selbstbewusst. Er hat sich in einer Dauer-Zeitschleife eingerichtet – das geht zwar zu Lasten des Einfallsreichtums, aber live werden die neuen Songs garantiert genauso zünden wie alle übrigen in seinem Repertoire. Gut, dieselbe Klasse wie der DEMOLITION-23-Klassiker „Hammersmith Palais“ haben „Permanent Youth“ oder „Good Old Bad Days“ sicher nicht. Aufgeladen mit MONROES Live-Charisma werden sie sich trotzdem ihren Platz zwischen den DAMNED- und JOHNNY-THUNDERS-Covers erkämpfen, die er bei seinen Gigs gerne spielt. Und letztlich war Punkrock nie dafür gedacht, ihn im stillen Kämmerlein zu hören und zu analysieren. Für „Rock like fuck“, wie „RLF“ ausgeschrieben lautet, ist auf „Blackout States“ jedenfalls genug Stoff vorhanden.

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