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MIGHTY OAKS - Dreamers

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Artist MIGHTY OAKS
Title Dreamers
Homepage MIGHTY OAKS
Label VERTIGO
Leserbewertung
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6.5/10 (2 Bewertungen)

2014 spurtete die Berliner Folk-Rock-Combo MIGHTY OAKS mit ihrem Debüt „Howls” aus dem Stand in die Top Ten. Zahllose Festival- und TV-Auftritte, ausverkaufte Tourneen in ganz Europa und den USA folgten und jetzt die zweite Langrille „Dreamers“. Bevor die jedoch geschrieben und aufgenommen wurde, kehrten der US-Amerikaner Ian Hooper (Gesang & Songwriting), der Italiener Claudio Donzelli (Gesang, Saiteninstrumente & Keys) und der Brite Craig Saunders (Gesang & Bass) im vergangenen Jahr zunächst einmal in ihre Heimatländer zurück, um neue Energien zu tanken. Eingespielt wurde „Dreamers“ schließlich in der Nähe der idyllischen Fjorde von Washington State, genauer gesagt im Studio von Ryan Hadlock (THE LUMINEERS, VANCE JOY), umgeben von einer gewaltigen Naturkulisse, die bestens zum Bandnamen MIGHTY OAKS („Mächtige Eichen“) passte.

Aber auch ansonsten stimmte bei den Arbeiten zu „Dreamers“ offenkundig alles, denn der zweite Streich kann sich ohne Zweifel hören lassen. Das berüchtigte zweite Album besticht bei diesen drei Protagonisten, die sich in Hamburg über den Weg gelaufen sind und 2010 ihre Kapelle gegründet haben, mit überwiegend nachdenklichen Stücken, die im Gedächtnis bleiben. Vorab gab’s bereits die Single „Be With You Always“ auf die Ohren. Hier zeigt sich das Trio von seiner beschwingten, ohrwurmigen Seite – Handclaps und Mitsing-Garantien inklusive. Der melancholische Titeltrack „Dreamers“ ist derweil allen ‚Spinnern gewidmet, die sich trauen, zu träumen’. Das kann bei einer solchen Nummer natürlich bestens am flackernden Lagerfeuer geschehen, aber der hymnische Gitarrenpop wird auch in den Konzerthallen für Furore sorgen. Im 2017er MIGHTY-OAKS-Sound findet sich bisweilen auch psychedelisch verträumter Americana mit Wurzeln bei den BIRDS, CROSBY, STILL & NASH und den EAGLES. Vergleiche hierzu das entspannte „Call Me A Friend“ oder das gedankenvolle „Dust“. ‚Carpe diem’ lautet die Botschaft, die vermittels Mandoline und Slide-Guitar eindringlich verkündet wird, während die schwermütige Ballade „Don’t Lie To Me“ dreistimmigem Satzgesang und einem Piano den Vortritt lässt. Das Tasteninstrument dominiert auch den Opener „All I Need“ – allerdings in Begleitung eines soulingen Walkingbass, der dem Ganzen eine tanzbare R’n’B-Färbung verpasst. Sehnsüchtigen Fernweh-Folk servieren hingegen „Higher Place“ und „Never Look Back“, während „Look Inside“ nochmals leise Töne anschlägt, bevor „Raise A Glass“ als überschwängliche Ode an die Freundschaft ebenso funktioniert wie als opulenter Abschiedssong. Dieses Stück dürften wir demnächst mit Sicherheit auch auf den Konzert-Setlists wiederfinden. In der Konservenform verabschieden sich die MIGHTY OAKS indes mit dem epischen „The Great Unknown“ von ihren alten und bestimmt auch zahlreichen neuen Fans.

Zumindest sollte es mich wundern, wenn „Dreamers“ nicht ähnlich erfolgreich wird wie der Erstling „Howl“. Okay, einen Hit wie „Brothers“ haben die Herrschaften nicht in petto, aber dafür ein Dutzend frühlingstaugliche Songs, mit denen sogar der Osterputz leicht von der Hand geht.

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