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MIGHTY OAKS - Howl

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Artist MIGHTY OAKS
Title Howl
Homepage MIGHTY OAKS
Label UNIVERSAL
Leserbewertung
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8.0/10 (2 Bewertungen)

Ich zitiere aus Wikipedia: „MIGHTY OAKS (deutsch etwa: „Mächtige Eichen“) sind eine Folk-Band aus Berlin, bestehend aus Ian Hooper, Claudio Donzelli und Craig Saunders. Sänger und Songschreiber Ian Hooper stammt aus Washington, dem nördlichsten Bundesstaat der US-amerikanischen Westküste. Er wuchs in einem Ort 40 Meilen südlich von Seattle auf, studierte zunächst in Portland, dann in München. Seit 2008 lebt er fest in Deutschland. Seine Mitstreiter Claudio Donzelli (aus Italien) und Craig Saunders (aus England) traf er bei Auftritten in Hamburg. Nach und nach zogen alle drei nach Berlin. Nach verschiedenen Studiengängen und Jobs beschlossen sie, sich ganz auf die Musik zu konzentrieren. Die Songs sind durch dreistimmigen Satzgesang und den Einsatz von akustischen Gitarren und Mandolinen geprägt.“ Treffender hätte ich es auch nicht sagen können und wer hätte gedacht, dass die drei Karo-Flanellhemd-Träger ausgerechnet in der Bundeshauptstadt ihre Wahlheimat gefunden haben? 2010 haben sie MIGHTY OAKS aus der Taufe gehoben und nach zwei EPs kommt jetzt das Debüt „Howl“ in die Läden.

Die erste Single „Brother“, mit der das Trio seine Full Length treibend eröffnet, kennt man bereits aus dem Radio und wenn der Morgen auch noch so grau und die Uhrzeit noch so unchristlich ist: mit dieser Nummer geweckt zu werden, ist ein Vergnügen! Mit viel Gefühl schließt sich „Seven Days“ an und „Back To You“ gefällt mit leisen, aber sehr feinen Klängen, die langsam Fahrt aufnehmen. Noch eine Spur reduzierter geht es bei „When I Dream, I See“ oder auch „Shells“ zur Sache – einfach nur schön, um die Gedanken ziehen zu lassen, während „Just One Day“ beschwingt den Vorzügen der Freiheit gedenkt. Das getragene „You Saved My Soul“ findet den direkten Weg in des Hörers Herz, bevor es auf „The Golden Road“ rhythmusbetont in Richtung Sonnenuntergang geht. Der „Captain’s Hill“ ist ein Ort in Irland, der Heimat von Ians verstorbenen Mutter. Gemeinsam waren sie dort und mit irischem Blut in den Adern ist es wohl kein Wunder, wenn Mr. Hooper derart melancholische Songs mit jeder Menge Tiefgang schreibt. Auch der aktuelle Wohnort der drei Naturburschen wurde mit einem Lied bedacht: „Courtyard In Berlin“ zählt zu den ruhigen Vertretern der Platte, wohingegen das nachfolgende „Horses“ in temperamentvollen Folk-Galopp fällt. Bleibt noch der Titeltrack „Howl“, mit dem MIGHTY OAKS weniger den Mond anheulen, sondern abwechslungsreich instrumentiert zunächst ein wenig zaghaft, dann immer selbstbewusster aus dem dunklen Wald rufen.

Wer hätte gedacht, dass die Berliner Großstadtschluchten zu solchen von der Natur beherrschten Songs inspirieren können? Vermutlich ist die Stadt an der Spree einfach ein urbaner Schmelztiegel, in dem jeder seinen Platz finden kann. Und wir können froh sein, dass sich Ian, Claudio und Craig in Hamburg gefunden haben. Ich wäre an ihrer Stelle ja an Elbe und Alster geblieben, aber offensichtlich musste es für diesen Dreier Berlin sein. Wenn es jedoch der unerklärlichen Anziehungskraft dieser Stadt geschuldet ist, dass der Erstling so rundum gelungen ist, soll mir das aber auch recht sein. Und wir beanspruchen MIGHTY OAKS jetzt einfach mal als die deutsche Antwort auf MUMFORD & SONS!

 

 

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