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MIKE DOUGHTY - Sad Man Happy Man/ Half Smofe (2-CD)

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Artist MIKE DOUGHTY
Title Sad Man Happy Man/ Half Smofe (2-CD)
Homepage MIKE DOUGHTY
Label NOISOLUTION
Leserbewertung
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4.5/10 (2 Bewertungen)

Im Frühjahr war MIKE DOUGHTY noch mit seiner Platte „Introduction“ auf Europa-Tour, jetzt legt der Ex-SOUL-COUGHING-Sänger schon die nächste Scheibe nach, mit der er sich back to the roots bewegt. Will sagen, es gibt auf „Sad Man Happy Man“ wieder Singer-/ Songwriter-Mucke mit Elektro-Einschlag.

MIKE DOUGHTY kommt mit wenig aus. Da wäre einmal seine Rhythmusgitarre, sein Kollege Scrap Livingston am Cello und dann eben noch ein paar Stromspielereien, die es piepsen und knacken lassen, was dem Sound von „Sad Man Happy Man“ eine unprätentiöse Lässigkeit beschert. „Nectarine (Part Two)“ und „(I Keep On) Rising Up“ grooven sich noch langsam ein, ehe „(I Should Be) Doubly (Gratified)” rhythmusbetont nach vorn prescht. Das charmante „Lorna Zauberberg” mag es mit einem deutlichen Schwerpunkt auf den Saiteninstrumenten folkiger, bevor sich „(I Want To) Burn You (Down)“ auf wesentliches beschränkt und das coole „Pleasure On Credit“ ein wenig an EVERLAST in seiner „Eat-At-Whitey’s“-Phase erinnert. Zu „Lord Lord Help Me Just To Rock Rock On“ zieht das Tempo an und es darf getanzt werden, während das folgende „(He’s Got The) Whole World (In His Hands)“ wieder mehr zum Zuhören einlädt. Beim verqueren „(When I) Box The Days (Up)” tritt das Cello erneut stärker in den Vordergrund, um beim irisch angehauchten „Year of The Dog” den Akustik-Sechssaiter kongenial zu unterstützen. Mit „Diane“ schließt sich ein flotter Song mit viel Schmackes an, um bei „How To Fuck A Republican“ einen Gang runterzuschalten. Zu guter Letzt covert MIKE DOUGHTY noch kurz und knapp (aber mit viel Enthusiasmus) DANIEL JOHNSONs „Kasper The Friendly Ghost“, dann endet nach 34 Minuten auch schon der abwechslungsreiche Silberling, aber die „Noisolution Fan Edition“ hat ja noch mehr zu bieten.

Namentlich den Live-Mitschnitt „Half Smofe“ eines Auftrittes in Minneapolis, bei dem MIKE DOUGHTY gekonnt seine Live-Qualitäten unter Beweis stellt. Der 39-jährige Sänger und Songwriter spielt sich hier einmal quer durch seine Discografie und benötigt dafür nicht viel mehr als seine Gitarre. Allerdings werden die Songs nicht einfach 1:1 nachgespielt, sondern den Zuhörern z.B. erklärt, was es mit der nicht vorhandenen Bridge bei „Skunkeneyed Girls“ auf sich hat. Im „C-Teil“ kann der Gesang aufgrund fehlender Texte auch mal in eine Fantasiesprache wechseln – sehr zur Freude der Fans. Manche Stücke sind halt einfach noch nicht fertig und werden auf der Bühne auf ihr Potenzial testet, was sie sehr authentisch macht und einen interessanten zweiten Blick auf den Künstler und seine Lieder ermöglicht.

Alles in allem ist „Half Smofe“ reduzierter ausgefallen als „Sad Man Happy Man“, aber etwas anderes erwartet man wohl kaum von der Live-Darbietung eines Singer-/ Songwriters. Beide Platten des New Yorkers werden nicht nur alten SOUL COUGHING-Anhängern gefallen, sondern allen Liebhabern von handgemachter, eher zurückhaltender Gitarrenmusik zusagen.

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