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MIKE OLDFIELD - Two Sides – The Very Best of Mike Oldfield (2-CD)

Artist MIKE OLDFIELD
Title Two Sides – The Very Best of Mike Oldfield (2-CD)
Homepage MIKE OLDFIELD
Label MERCURY
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Es ist sicher nicht leicht, MIKE OLDFIELD zu sein. Seit 1973 sein erstes, bahnbrechendes Album „Tubular Bells“ erschien, dreht sich sein mehr episches, orchestrales Schaffen immer wieder um diesen Meilenstein, der sein ganzes Werk überschattet und von Zeit zu Zeit in neuen Inkarnationen wiederaufersteht (als Titelmotiv übrigens auch auf dem Cover dieser CD). Das ist der MIKE OLDFIELD, der für ein Stück eine ganze LP-Seite benötigt und auf die andere Seite einfach Teil 2 packt. Andererseits gibt es aber auch den „Single Hit-OLDFIELD“, der mit „Moonlight Shadow“ einen vierminütgen Ohrwurm schuf, welcher nebenbei Maggie Riley zum Star machte. Aber so wie bei „Tubular Bells“ hat er in diesem Fall etliche Singles nachfolgen lassen, die in Sachen Erfolg nie mehr an diesen ersten Hit heranreichen konnten.

Durch diese beiden Extreme spaltet sich zumindest ein Teil seiner Käufer in zwei Lager – die einen, die den Longplayer-OLDFIELD wollen, und die anderen, die den radiotauglichen Herren bevorzugen. Beide unter einen Hut zu bringen, ist ziemlich schwierig, und das weiß auch der Meister selbst – nur unternimmt er nichts dagegen. Seine aktuelle Best of-CD (in diesem Falle die „Very Best of“) teilt sein Oeuvre rigoros nach der Länge der Kompositionen, und so landen auf CD 1 insgesamt zehn Tracks, die alle entsprechend lang ausfallen, während Silberling 2 neunzehn Titel zu bieten hat, von denen die meisten aus dem Radio bekannt sind. Durch diese strikte Trennung verhindert OLDFIELD höchstpersönlich, dass die „Moonlight Shadow“-Fraktion wenigstens mal zwischen zwei Singles auch eine komplexere Komposition zu hören bekommt (und ja vielleicht doch Gefallen daran findet).

CD 2 lässt man sich als „Best of“ gefallen, weil man die Songs so geboten bekommt, wie sie auch komponiert wurden. CD 1 ist dagegen ziemlich nutzlos, denn was hat man von einem Auszug aus „Tubular Bells“ oder „Crises“, wenn solche Arbeiten doch nur in ihrer vollen Länge ihre wahre Wirkung entfalten können? Das sind bestenfalls Appetithäppchen, aber die Freunde des Singlehit-OLDFIELD werden damit wenig anfangen können, und die anderen haben natürlich die entsprechenden Alben alle daheim im Regal stehen, um sie ungekürzt genießen zu können.

Eine vertane Chance und insgesamt ein überflüssiges (aber nicht schlechtes) Album, das nichts Neues zu bieten hat, sondern dem Titel „Two Sides“ entsprechend eben die beiden Seiten von MIKE OLDFIELD zeigt. Wer noch gar keine „Best of“ des Herren besitzt, kann mit dieser Veröffentlichung nicht viel verkehrt machen, aber die übrigen Fans werden wohl lieber auf ein richtiges neues Album warten wollen.

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