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MINA HARKER - Tiefer

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Artist MINA HARKER
Title Tiefer
Homepage MINA HARKER
Label OUT OF LINE
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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7.5/10 (8 Bewertungen)

Von den deutschen Gothic Gazetten in nicht unbedingt seltener Eintracht als „Newcomer of the Month“ abgefeiert liefert das deutsche Duo MINA HARKER nun den Debüt Silberling auf dem Out Of Line Sublabel Mach XX ab. Seit geraumer Zeit kursiert der Name in der Szene, der natürlich auf der Figur in Bram Stokers klassischem Vampir Roman „Dracula“ basiert. Für mich Fluch und Segen zugleich, handelt es sich zwar um eine sehr einprägsame Bezeichnung, limitiert aber die Musik von „Mina“ und Alexander Gorodezki zu sehr auf die „schwarze Szene“. Dabei handelt es sich bei dem Output auf „Tiefer“ eher um einen Mix aus Mädchenbands à la JULI und insbesondere den Chart-Stürmen OOMPH! plus dunkelromantische Textbezüge. Vor allem Dero und Co. scheinen einen Narren an der Vampirliebhaberin gefressen zu haben. So unterstützte deren Drummer beim Live Auftritt auf dem Amphi 2008, es gibt ein gemeinsames Duett mit dem OOMPH! Fronter und man darf auch gleich als Support Act der „Monster“-Tour mit auf die Reise gehen. So viel Vorschusslorbeeren können doch nicht irreführen oder?

Ein klares Jein meinerseits, denn die Scheibe ist wirklich sehr professionell ausgefallen und gerade die prägnante Stimme der Frau Harker weiß zu überzeugen. Eine Art Gruft-Pendant zu ROSENSTOLZENs AnNa, also eher im tiefen Segment angesiedelt und dadurch sehr hörbar. Dazu erklingen harte, bisweilen fast metallische Gitarren Riffs und ein gutes Maß an Elektronica. Eine Mischung, die (und hier muss ich mich wiederholen) sehr an OOMPH! mit weiblicher Stimme gemahnt. Dazu passen die pathetischen Texte mit ihren bisweilen etwas stumpfen Reimen wie die Faust aufs Auge.

“Meine tote Seele lacht, sie ist heute aufgewacht“…
„Will ich sterben oder leben, muss ich mich heut Nacht ergeben“…

Wird sicher so manchem Lyrik-Fetischisten aufs Gemüt schlagen. Aber bei der teilweise wirklich haarsträubend schlechten Konkurrenz in diesem Sektor wirklich noch eine Art Perle, die mit dem Titelstück, dem Rausschmeißer „Fühlst du mich“ und dem bereits angesprochenen Duett „Bis zum Tod“ einige Highlights zu bieten hat. Da sollte es doch mit dem Teufel zugehen, wenn Dero bei der gemeinsamen Gastspielreise nicht zu einem Cameo bereit wäre. Auf der Negativ-Seite steht das kaum anhörbare „Traum“, wo die abgehackten Riffings so überhaupt nicht mit der Tonlage der Sängerin korreliern. Der Refrain verursacht Kopfschmerzen, allerdings bleibt dieser Titel der einzige Totalausfall. Ansonsten leiden die Kompositionen ein wenig an dem immergleichen Aufbau und der sehr ähnlichen, überaus pathetischen Melodieführung im Refrain.

In kleinen Häppchen und in der richtigen Stimmung sind MINA HARKER ganz sicher eine Bereicherung der Szene und wenn man sich in Zukunft noch ein wenig aus den eigenen Zwängen befreit, steht einer erfolgreichen Karriere nichts im Wege. Bis dahin ist man sicher ein interessanter Newcomer, der aber auch Newcomer-typische Fehler begeht.

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