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MIND.IN.A.BOX - Lost Alone

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Artist MIND.IN.A.BOX
Title Lost Alone
Homepage MIND.IN.A.BOX
Label DEPENDENT RECORDS
Leserbewertung
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8.0/10 (9 Bewertungen)

Manche behaupten ja, es gebe im Bereich elektronischer Musik keine wirkliche Innovation mehr. Der Pioniergeist vergangener Tage sei einer Art Sicherheitsdenken gewichen. Dass es auch anders geht, beweist das Projekt MIND.IN.A.BOX. Doch wer steckt eigentlich hinter diesem Namen? Homepage und Presseinfo geben sich da zugeknöpft, doch nach einiger Recherche steht fest: Es sind Österreicher! Stefan Poiss (Komposition) und Markus Hadwiger (Lyrik) sind allerdings gar keine Unbekannten mehr, sie arbeiten schon seit geraumer Zeit an dem Weltraumspiel PARSEC oder wie es so schön fachchinesisch heisst: “Fast-paced multiplayer cross-platform 3D Internet space combat!” – Und wer wie ich schon vor 15 Jahren die Soundtracks diverser AMIGA-Klassiker zu seinen Faves zählte, kann sich gut vorstellen, wie jemand aus dem Spiele- auch im “normalen” Musiksektor Fuss fassen kann.

“Lost Alone” enthält eine interessante Mischung diverser elektronischer Musikstile, allzu aggressive Klänge werden aber ausgespart. “Techno Pop” haben es manche Zeitgenossen genannt, gemeint ist damit die Vermengung von Trance und Synthie zu einer teils hypnotischen, teils melancholischen Traumreise. Der Opener enthält bereits sämtliche Trademarks: Weibliche und später auch männliche, leicht angezerrte Vocals, die sich in die Gehörgänge schmeicheln und dort auch nach vielen Durchgängen keinen Schaden anrichten… Gerade die tiefen, gesprochenen Male Vocals erinnern mich immer wieder an die Schweizer Klassiker YELLO, die man hier sicher zu den wichtigsten Einflüssen zählen muss. Weitere Highlights: “Falling” mit dem immer wieder repetetiv perlendem Hintergrundthema oder “You will see”, ein weiches, samtenes Synthie Pop Stück im Stile von IRIS. Auch “Take my soul” ist wunderbar sphärischer und vor allem zeitloser Elektro, während davor bei “Walking” echte Taschentuchgefahr besteht. Man scheut sich zudem nicht, das eine oder andere Techno-Element einzubauen, vielleicht weil man eben nicht aus der “klassischen Elektroszene” stammt.

Ein zeitloses Album wurde hier erschaffen, ein Album, welches sich kaum abnutzt und welches man zu allen möglichen Tätigkeiten wunderbar im Hintergrund genießen kann. Für die Clubs ist da eher wenig Material vorhanden, aber dafür gibt es genügend andere CDs. Eine grenzüberschreitende, fast schwelgerische Erfahrung! Im Booklet befindet sich im übrigen ein spezieller Access Code für die Projekt HP, mit dem man sich unveröffentlichte Stücke herunterlanden kann.
Austria 12 Points!

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