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MIND.IN.A.BOX - Memories

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Mind-In-A-Box-Dreamweb
Artist MIND.IN.A.BOX
Title Memories
Homepage MIND.IN.A.BOX
Label DREAMWEB
Veröffentlichung 20.03.2015
Leserbewertung
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8.5/10 (2 Bewertungen)

Die Österreicher Stefan Poiss und Markus Hadwiger gründeten das Projekt MIND.IN.A.BOX anno 2004. Nach Filmsoundtrack-Stücken zu Saw II, den bekannten Xbox-Games „Crackdown“, „Project Gotham Racing“ 3 & 4, einigen älteren Computerspiel-Scores sowie einer Kollaboration mit MASSIV IN MENSCH folgten nach und nach die Singles „Certainty“, „8 Bits“ und „What Used To Be“, außerdem natürlich das viel beachtete Debütalbum „Lost Alone“ und das sehr erfolgreiche Sequek „Dreamweb“. Ihnen folgten mit „Crossroads“, „R.E.T.R.O.“ und „Revelations“ weitere Longplayer, anno 2015 ist nun „Memories“ verfügbar und mit den enthaltenen 12 Tracks darauf wird Blacks Reise weiter fortgesetzt:

„Versuch Nummer zweihundertacht“, hört White die Stimme des Mechanikers. Die Kameras nehmen auf. Die Anlage surrt. Die Maschine führt die Schläuche automatisch in die Arterien des Mannes ein. Die Nadeln durchstoßen seine Haut, gleiten tief in sein Fleisch. Seine Augen verdrehen sich. Im nächsten Augenblick durchspült die eiskalte blaue Flüssigkeit seinen Körper wie ein arktischer Schock. Kalter Hauch wabert aus seinem Mund. Seine Pupillen verändern sich. Dieser entsetzliche Blick! White wird sich nie daran gewöhnen. Der Mechaniker regelt den Fluss mit dem Synchronizer. White hätte sich das alles viel einfacher vorgestellt. An jenem Abend, als Black entkommen war, hatten die Mitarbeiter der Agency die Frequenz mit dem Detektor aufgefangen. Sie hatten die Sequenz tagelang analysiert, doch sie war nutzlos. Was brachte eine Frequenz, die das Tor zum Dreamweb öffnete, wenn man nicht wusste, wie man sich damit synchronisierte?“

Bei MIND.IN.A.BOX handelt es sich um ein futuristisches Gesamtkunstwerk mit den Elementen Gesang, Musik, visuelle Darstellung (deswegen ist es besonders schade, „nur“ eine Promo-CD-Kopie ohne Cover, Booklet und Co. bekommen zu haben!) und Livedarbietung mit den Musikern Roman Stift (Bass), Gerhard Höffler (Drums) und Adam Wehsely-Swiczinsky (Gitarre). Tragendes Element sind die Geschichte um Black und die Erlebnisse rund um das Dreamweb und die Agency (s.o.), die auf „Memories“ weiter fortgesetzt wird. Es wirkt wie eine Art Melange aus Hörspiel und Electroalbum mit starken Einflüssen von Filmsoundtracks, klassischem Futurepop, Dreamtrance und feinstem Electro. Das Ganze ist ausgesprochen sauber, klar und voluminös produziert. Wer sich einlässt auf die Musik und auf die Geschichte, den nehmen MIND.IN.A.BOX mit in ihr Universum, das sich in Blacks Handlungsrealität ereignet. Dabei ist mir nicht ganz klar, was Wunsch, Traum, Realität oder Fiktion ist innerhalb dieses Universums. Vermutlich ist diese konstruktivistische Irritation aber gewollt. Das Oeuvre von MIND.IN.A.BOX und des Autors Andreas Gruber zu systematisieren, einzuordnen und wissenschaftlich zu untersuchen wäre m.E. ein lohnenswertes Forschungsvorhaben für eine/n Literaturwissenschaftler/in z.B. im Rahmen einer Masterarbeit!

Der Opener „Travel Guidel Knew“ ist der Beginn des neuen Kapitels oder Abschnittes in der Erzählung. Dementsprechend wirkt er auch eher wie ein Hörspieltrack, das folgende „Unforgiving World“ kommt mit einer wunderschönen dunklen Melodie daher und gibt die musikalische Richtung von „Memories“ vor. Typischerweise folgt auch auf diesem Album wieder der Wechselgesang zwischen stark verzerrter hoher und cleaner tiefer Stimme (allerdings ebenfalls stark bearbeitet). „No Hope“ klingt wie ein Stück von Rudi Ratzinger – sehr fein und düster. „Synchronize“ kommt tranciger und frickeliger aus den Lautsprechern. „Bad Dreams“ haut einen mit seiner intensiven und wunderschönen Melodie fast um! „Silent Pain“ klingt wie ein Soundtrack zu einem düsteren Computerspiel. Die dunklen und in sich versunkenen Tracks „Timelessness“ und „Up There“, sowie „Pedro“ machen es dem Hörer nicht leicht und erschlossen sich mir erst nach dreimaligem Durchhören voll und ganz. Nichts desto trotz 3 schöne Stücke Electro. Die flotteste und trancigste Nummer ist auch musikalisch nach meinem Empfinden die stärkste. „Face it“ geht nach vorne und die Melodie bietet hohen Ohrwurmcharakter. Das vorletzte Stück „Shake Up“ kommt fast ein wenig wie eine Electropopnummer um die Ecke und lädt zum Nachdenken und Verweilen ein. Im Schlussstück „5nchr0ni7e“ fließen dann alle zuvor genannten Elemente zu einer Melange zusammen, welche typisch für das Schaffen von Poiss und Hadwiger stehen. Anfangs wie ein Electronummer, wandelt es sich zunehmend zu einem Hörspiel.

Wer die Kunst von MIND.IN.A.BOX und die Geschichte um Black bis dato verfolgt hat, für den ist „Memories“ natürlich ein Muss. Wer guten Electro mit experimentellen Elementen und einer Soundtrack-artigen Athmo zu schätzen weiß, sollte sich unbedingt das Album ebenfalls gönnen. Alle übrigen Electrohörer müssten es einfach mal ausprobieren. Wer sich auf das Gesamtkunstwerk MIND.IN.A.BOX einlässt, bekommt auf jeden Fall etwas in hoher Qualität zu Gehör und zu Gesicht.

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Mind.In.A.Box 'Memories' Tracklist
1. Travel Guide Button MP3 bestellen
2. I Knew Button MP3 bestellen
3. Unforgiving World Button MP3 bestellen
4. No Hope Button MP3 bestellen
5. Synchronize Button MP3 bestellen
6. Bad Dreams Button MP3 bestellen
7. Silent Pain Button MP3 bestellen
8. Timelessness Button MP3 bestellen
9. Face It Button MP3 bestellen
10. Up There Button MP3 bestellen
11. Pedro Button MP3 bestellen
12. Shake-Up Button MP3 bestellen
13. 5nchr0ni7e
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