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MINDLESS FAITH - Medication for the Misinformed

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Artist MINDLESS FAITH
Title Medication for the Misinformed
Homepage MINDLESS FAITH
Label DEPENDENT
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Dass Industrial nicht gleich Industrial ist, zeigt sich an den verschiedenen Interpretationen dieses Stils in Europa und den USA. Während das Genre hierzulande eher einem Ausflug in eine Fabrikhalle gleichkommt, setzen Amis Industrial mit einer Mischung aus Synth und harten Gitarren gleich. „Weltstars“ dieser Sparte sind wohl NINE INCH NAILS oder MINISTRY, während der US-Underground in Form von z.B. HATE DEPT. oder 16VOLT nie den großen Durchbruch schaffte. In den letzten Jahren sind einige vielversprechende Newcomer, wie etwa BATTERY CAGE, FRACTURED oder MINDLESS FAITH aufgetaucht. Letztgenannte bringen nun mit „Medication for the Misinformed“ ihr zweites Album raus.

Gleich die ersten drei Tracks sorgen für die richtige Orientierung. Da brettern „Bound“ und I’m pretty much fucked“ heftig los, bieten Beatdichte und letztgenannter Titel präsentiert zudem spannende musikalische Zwischenparts. „A blind Spot in every Eye“ weist einen schleppenden Beginn auf, der uns auf dieser Scheibe noch des öfteren begegnen wird und lässt Vergleiche zu „klassischen“ 90er Jahre-Stücken ziehen. Im weiteren Verlauf manifestiert sich der gewonnene Eindruck, dass MINDLESS FAITH ein Album produziert haben, welches durch hohe Sounddichte und Wiedererkennungswert glänzt. Man gibt den Songs Zeit zur Entwicklung, nie weiß der Hörer, ob der Anfang prägendes Element bleibt, oder ob es einen überraschenden Stilbruch geben wird. Ein Beispiel hierfür mag „Another Empire falls“ sein. Zu Beginn ein in sich gekehrter Track, dessen Sound immer mehr anschwillt, um schlussendlich in völliger Stille zu versinken. Eine ähnliche Intention verfolgt wenig später „The World behind the World“, hier bleibt der Grundtenor jedoch erhalten, den ganzen Song durchzieht eine ruhige, ausladende Synthfläche, nur minimal angereichert von Samples. Ist es Zufall oder Absicht, dass gerade diese beiden Kompositionen den wohl treibendsten Stücken „Down here“ und „Independence Day“ vorgeschaltet sind? Einen weiteren Höhepunkt stellt „Red Lines“ dar. Ebenfalls sehr verhaltend beginnend entwickelt sich dieses Lied zu einem intensiven Hörerlebnis. Des Weiteren ist positiv anzumerken, dass der Gesang ohne große Distortion auskommt.

MINDLESS FAITH knüpfen an ihren Erstling „Momentum“ an, verfeinern dessen Stil und liefern damit sicherlich eins der spannendsten Alben des Jahres ab.

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