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MINDLESS SELF INDULGENCE - If

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Artist MINDLESS SELF INDULGENCE
Title If
Homepage MINDLESS SELF INDULGENCE
Label ESSENTIAL MUSIC
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MINDLESS SELF INDULGENCE. Ach darüber brauch ich euch ja gar nichts mehr zu erzählen. Deren Myspace-Seite habt ihr sicherlich in euren Favoriten, seit einer der fast 400.000 Freunde in deren Profil, einer der zu den 25 Millionen Songplays dort beigetragen hat und sich sicher wie Bolle gefreut hat, daß MSI auch gleich auf Platz 1 der amerikanischen Tanzcharts gelandet sind.

MSI lassen sich gern im Comicstil abbilden, sehen dabei aus wie die GORILLAZ, waren letztes Jahr mit MY CHEMICAL ROMANCE auf Tour und schenkt man Ihrer Myspace-Site glauben – sind sie wirklich DAS nächste große Ding. Da muss man dann auch klotzen statt kleckern – sorgt mit satten 20 Tracks (darunter vier Remixe) auf dem Debütalbum „If“ gleich für reichlich Hörstoff. Der, so sei gewarnt, ist aber nichts für Freunde zarter Harfenmusik. Die Jungs klingen, als hätte Stanley Kubrick mit DAFT PUNK zusammengearbeitet, um MONSTER MAGNETschen Space-Rock auf die Tanzfläche zu bringen, ab und an sorgen ein paar HipHop-Beats für Abwechslung. Der Beat jedoch ist konstant jenseits auf Dauer erträglicher Schlagzahlen, der Gesang – zunächst eindringlich – wird schnell aggressiv nervig und man wünscht sich Discopunk in die Undergroundclubs zurück. Textlich bewegt man sich auf Arschbombentiefflieger-Niveau und kommt so den kurzzeitig erfolgreichen HOT ACTION COP nahe. Da ist man ganz scharf drauf, jemanden „horny“ zu machen, bedankt sich für Front-Row-Tickets und überlegt, ob man nicht vor dem Auftritt noch was „einnehmen“ soll, um anschließend mit „Freunden“ noch ein wenig auszugehen. Ganz gefährlicher Stoff, vor allem in Verbindung mit der energisch auf Eingängigkeit getrimmten Electropunkuntermalung. Der Opener „Never wanted to dance“ wird nicht nur durch 4 Remixversionen endgültig verstümmelt, er stellt mit seiner zügellosen Darbietung von aggressiver Tanzmusik auch gleich auf den Rest des Albums ein. Hochfrequent, irrsinnig pulsierende Beats, kratzende Riffs, spratzelnde Elektronik und plärrender Gesangseinsatz, welcher in seiner tempobestimmten Darbietung nicht selten an den Punk der Endsiebziger erinnert. Passt ja auch fast, wenn sich „Evening Wear“ anschickt, 80ies Synthiepop mit mehrstimmigen Refrains zu verbinden und schließlich mit „Lights out“ ein vorläufiges Highlight angeboten wird. Irgendwo zwischen SIGUE SIGUE SPUTNIKs Elektroirrsinn und DURAN DURANs Poprefrains flickt man noch ein paar zurrende Bässe ein, pitcht ins Unendliche und erfreut sich einer ordentlich chaotischen Nummer. Leider gewöhnt sich das Gehör auf Dauer nicht an diese Beschallung.

Wenn von der Tanzfläche der Nebel aufsteigt, während von oben der kondensierte Schweiß der im Laserlicht zuckenden Körper tropft und die trockene Kehle nach Flüssigkeit giert, verlieren MSI ihre durchaus vorhandene Anziehungskraft. Auf Myspace gibt’s zum Glück ja nicht das ganze Album zu hören… Glück in kleinen Dosen!

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