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MINERVE - Breathing Avenue

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Artist MINERVE
Title Breathing Avenue
Homepage MINERVE
Label PANDAILECTRIC RECORDS
Leserbewertung
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Der ehemalige Sänger von PARADISE OF FEAR – Daniel Wollatz – und der Keyboarder Mathias Thürk gründeten anno 2002 das Elektro-Duo MINERVE, um ihrer Vorliebe für experimentellen Synthiepop frönen zu können. Herausgekommen ist dabei ihr Debüt-Album „Breathing Avenue“, auf der sich eine beeindruckende Mischung aus sowohl experimenteller elektronischer Klangkunst, als auch eingängiger und wunderschön melancholischer Elektronik befindet. Jenseits von F-Pop-Klischees und elektronisch harter Brachialität vollziehen die beiden Jungs dabei eine herausragend gute Synthese aus Melancholie und tanzbarem Kraftausstoß. Wären doch nur mehr Veröffentlichungen so interessant und abwechslungsreich!

Das Album startet mit dem experimentellen Track „Antimatter“, der Drum & Bass-Elemente mit klassischer Dunkel-Elektronik zu verbinden sucht. Gefolgt von drei Tracks („Clear“, „reMind“ und „Suffocate“), die sich durch wunderschöne melancholische Melodien und durch verdammt gute Gesangsparts auszeichnen. Dabei möchte ich das letztgenannte „Suffocate“ besonders hervorheben, es zählt sicherlich zu einem der Höhepunkte des Albums. Durch seine fast zerbrechliche Stimmung wird man an traurige Herbsttage erinnert. Man wird in eine ruhige, schöne und melancholische Gefühlslage versetzt, wie es sonst oftmals nur SEABOUND oder vergleichbare Elektroniker schaffen. Auf diese Stimmung satteln Daniel und Mathias noch das düstere „Interlude“ (Zwischenspiel) drauf, welches fast verzweifelt klingt und mit Streicherparts arbeitet, die man sonst in dieser Qualität nur von PRIDE AND FALL, ANGELS & AGONY oder VNV NATION kennt. Damit ich jetzt aber nicht falsch verstanden werde: es handelt es sich dabei NICHT um F-Pop! Leider ist der Track keine eigenständige Komposition. Schade eigentlich, denn die Melodie hätte eine längere Ausarbeitung sicherlich gut vertragen können… Danach folgt der definitive musikalische Höhepunkt von „Breathing Avenue“. Mit „Falling“ zeigen MINERVE endgültig, was sie drauf haben. Eine monotone, durchlaufende Rhythmus-Schleife mit treibendem F-Pop-Appeal wird durch elektronisch veränderte Streicherelemente und eine Hammermelodie zu einem Track der ganz besonderen Sorte verschmolzen. Die Melodie merkt man sich, und das sollte man als Freund der elektronischen Musik auch!

Weiter geht’s mit der verträumten Komposition „Afraid of myself“, die wie eine Synthese aus der Musik des Bielefelder Projektes SEABOUND und den Göttern des Schweden-Elektros COVENANT klingt. Mit „Merge“ und „Escape“ geht man diesen erfolgversprechenden Weg dann noch ein Stück weiter. Alle drei Tracks zeichnen sich durch ihre Entspanntheit und Gelassenheit aus, wobei „Merge“ schwer nach NEUROTICFISH klingt, was ja nicht verkehrt sein muss! Auch wenn sich Fish gegen jeden F-Pop-Vergleich wehrt, handelt es sich, sowohl bei seiner Musik als auch bei „Escape“, um entspannten F-Pop der guten Sorte. Vor dem dunklen „Epilog“, der das Album sanft und verträumt ausklingen lässt, folgt zu guter Letzt noch ein weiterer Höhepunkt des Albums. „High Pitched Emotions“ könnte ohne Zweifel zu einem Hit werden. Seine pumpenden Beats, im Kontrast zur verträumten Melodie, bestückt mit einem herausragenden Gesangspart lassen den Track noch lange nach Ende des Albums im Ohr und Herzen verweilen.

Als besonderes Gimmick sind im Booklet nicht etwa die Texte abgedruckt, sondern Kommentare der beiden Jungs zu jedem einzelnen Track. Abgesehen von ihrer CD kann man MINERVE auch demnächst live als Vorgruppe von THE CRÜXSHADOWS am 11. Juni in der Krefelder Kulturfabrik erleben. Nach einem experimentellen Start und einem grandiosen elektronischen Mittelteil folgt somit ein fulminantes F-Poppiges Ende auf „Breathing Avenue“. Da bleibt mir nur noch zu schreiben, dass es sich bei MINERVES Musik um sehr guten Elektro handelt und sie mit ihrem Debüt ein rundes Album abgeliefert haben, was in der Szene hoffentlich auch gut aufgenommen werden wird. Verdient hätten es Daniel und Mathias sicherlich. Also: hört es euch an, ihr werdet es nicht bereuen!

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