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MINTZKOV - 360°

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Artist MINTZKOV
Title 360°
Homepage MINTZKOV
Label HALDERN POP RECORDINGS
Leserbewertung
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7.0/10 (1 Bewertungen)

Diese Belgier… Da tun sie immer so, als verstünden sie nur was von Frittenfett und Mayo, keinesfalls aber von Musik und unterschlagen uns so fast einen kleinen Juwel wie MINTZKOV. Dabei haben unsere westlichen Nachbarn musikalisch ganz eindeutig noch mehr zu bieten als ihre Vorzeige-Combo DEUS, wobei MINTZKOV stilistisch gar nicht so weit von den erstgenannten entfernt sind.

Allerdings wird bei MINTZKOV, die bereits als MINTZKOV LUNA ein Album namens „M for Means and L for Love“ rausgebracht haben, keinesfalls kopiert. Der Fünfer überzeugt mit einem eigenständigen Sound, der von der ersten Minute an gefangen nimmt. Der Opener „Life After Fire“ gefällt dabei mit zwingenden Rhythmen und der Stimme von Philip Bosschaerts, der auch an Gitarre und Keyboard aktiv ist. Geradeaus und kraftvoll geht es mit „One Equals A Lot“ weiter, diesmal als Duett mit Lies Lorquet, die außerdem den Bass zupft. „Return & Smile“ beginnt fast schüchtern zurückhaltend, um dann in gekonnt stoischen Gitarren und zarten Streichern aufzugehen. Auch hier wiederholt sich das wunderbare Zusammenspiel der beiden Vokalisten, während beim Titeltrack „360°“ in erster Linie lärmender Noiserock erster Güte im Vordergrund steht. Die Belgier geben ordentlich Gas und gniedeln um ihr Leben, bevor „Ruby Red“ und „Miles Ahead“ in eingängige, tanzbare Gefilde mit elektronischer Untermalung eintauchen. Ein absoluter Ohrwurm ist das treibende „Let’s Talk Things Over“ im wavigen Achtziger-Style mit fetter Langaxt-Unterstützung. „The State We’re In“ eröffnet mit monotonen Bassläufen, um dann Beistand von den komplexen Sechssaitern und den punktgenauen Drums zu bekommen. Der Song schaukelt sich auf angenehme Weise hoch und wird schlussendlich elegant vom nachfolgenden „Title You“ aufgefangen, bei dem wunderbar unspektakulär geschrammelt wird. Fast könnte man meinen, PLACEBO und die PIXIES hätten sich zusammengetan, was nicht zuletzt auch an Philips Stimme liegt, die irgendwo zwischen Brian Molko und Tom Barman (vermutlich ist der belgische Zungenschlag Schuld) zuhause ist. Bei „Sugar Rush“ legt Herr Bosschaerts ein ungewohnt unterkühlten Timbre in seine Stimme, das die Melancholie der Keyboard-Nummer zusätzlich unterstreicht. Bleibt noch der pumpende Bass, der „Hitman“ begleitet und die Musik geradezu durch die Venen drückt. Damit das Ende nicht gar zu abrupt ausfällt, liefern MINTZKOV noch einen verträumten Hidden Track, nachdem man eigentlich nur die Möglichkeit hat, wieder von vorn zu starten.

Im August werden MINTZKOV auf einigen Festivals spielen, um dann im Herbst zu einer Clubtour nach Deutschland zurückzukehren. Die Konserve verspricht beste Live-Kost, deshalb sollte man sich die Belgier in keiner Darreichungsform entgehen lassen.

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