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MIRZADEH - The Creatures Of Loviatar

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Artist MIRZADEH
Title The Creatures Of Loviatar
Homepage MIRZADEH
Label KALMISTO PRODUCTION/ FIREBOX
Leserbewertung
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Finnische Mythologie ist wohl weniger bekannt als die sonst so typischen satanistischen oder heidnischen Inhalte in der Musik. Das dachten sich wohl auch die Mannen von MIRZADEH und hoben eben jene Band aus der Taufe. Finnische Mythen sollten fortan den Inhalt ihrer Lieder prägen, und so kam 2003 ihre erste EP mit dem klangvollen Namen „Ancient Rites“ als Eigenproduktion auf den Markt. Schon damals orientierten sie sich an den Legenden ihres Volkes und sangen über Visionen bei Vollmond, Götter und Schicksal. Nun, im Jahre 2006 gehen sie einen Schritt weiter und widmen ihr neuestes Werk dem bösartigsten ihrer Götter – Loviatar. Sie sei wohl, neben ihren Schwestern, das „gemeinste“, was die finnische Mythologie zu bieten hat (Natürlich eine Frau, Anm. der Red.). Leider ist diese Mythologie nicht mein Metier, und so kann ich mir darüber kein Urteil erlauben.

Worüber ich aber sprechen kann, ist das mir vorliegende Werk der Finnen. Allen, die den Vorgänger „Ancient Rites“ kennen sollten, sei gesagt: Die Mannen bleiben ihrem Stil treu, auch wenn sie sich deutlich weiterentwickelt haben. Bereits an den ersten Tönen von „The creatures of Loviatar“ wird deutlich, was hier auf den Silberling gebannt wurde. Man mischt gothiclastige Schwermütigkeit mit melodischem Metal und einem Hauch von Todesblei. Das kommt, im Mid-Tempo-Segment angesiedelt, mit viel Gitarre und einer Stimme am Mikro daher, die ein wenig den Charme von Dani Filths’ Organ mit sich bringt. Das erste Stück ist ein reines Instrumental und kündigt bedrohlich die nun folgenden Songs an. Für Atmosphäre ist von Anfang an gesorgt. Nach den ersten bereits guten Kompositionen hört man spätestens bei „Witness of Moonlight Mystery“ genauer hin. Dieser, von einem treibenden Schlagzeug geleitet, überzeugt durch seine synthetisch-orchestrale Untermalung und wird zwischendurch mit einem tollen Gitarrensolo aufgelockert. Als dieses verstummt, übernimmt das Piano die Führung, und der Sänger verabschiedet sich mit einem leidensvollen Schrei. Definitiv einer der Höhepunkte der CD. Mit „Louhi’s legacy“ wildert man kurz im Rock und peppt diesen mit recht flotten Zwischensequenzen auf. Auch hier wird auf das Piano nicht verzichtet. Besonders aufgefallen ist mir im späteren Verlauf auch noch „Fullmoon Dream“. Mit dessen ausgeprägter Melodieverliebtheit und variablen Tempowechseln setzt der Titel noch einmal Akzente auf diesem Album. Ihr seht also, hier hat man sich ein schönes Konzept zu Recht gelegt und auch gut umgesetzt. Über etwaige Kongruenzen zu anderen Bands brauche ich wohl nichts zu sagen. Dieser Sektor mit melodischen, Black Metal-lastigen Gothic-Songs ist spätestens seit dem kommerziellen Erfolg diverser nordischer Bands recht stark bevölkert. Daher können die Musiker sich wohl eh nur auf ihre Stärken besinnen und das Beste daraus machen.

Und genau das machen MIRZADEH auch. Bei der ganzen Flut an Neuveröffentlichungen in diesem Sektor fällt diese Scheibe mir eindeutig auf. Eine klare und wirkliche fette Produktion und ein nicht alltägliches lyrisches Konzept sammeln eindeutig Pluspunkte. Auch die musikalische Umsetzung und der konsequente Verzicht auf Raserei, was in diesem Genre nicht alltäglich ist, stechen heraus. Von daher ist dies eine gute Scheibe, die es wert ist Probe gehört zu werden, wenngleich sie mit Sicherheit keinen Preis für Genrerevolution erhält. Ich werde sie definitiv auch weiterhin in meinem CD-Player rotieren lassen.

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