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MISERY SIGNALS - Controller

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Artist MISERY SIGNALS
Title Controller
Homepage MISERY SIGNALS
Label FERRET
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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7.9/10 (20 Bewertungen)

Oh Ha! Da musste ich doch glatt zweimal hinhören, ob da wirklich die neue MISERY SIGNALS in meinem Player gelandet war, dermaßen glatt und latent metallisch-prog-rockend blitzte der Sound aus meinen Boxen herüber… Wo ist denn der leicht dreckige, chaotische Hardcore-Sound hin? Auch kein Track im Stile von „The Failsafe“, an dem sich das Ohr sofort festzurrte und das letzte Album „Mirrors“ zu etwas ganz besonderem machte. Ein großer Fehler dachte ich noch so bei mir, denn „Controller“ klang nach erster Beurteilung nach generischem Metal-Core, vor allen die Vocals von Karl Schubach ließen die bisherige Eigenständigkeit vermissen (und der Einsatz von erstmals cleanen Vocals unterstützte nur diesen Eindruck). Also was macht man in solch einem Augenblick? Der Platte die Zeit geben, die sie anscheinend benötigt, denn mittlerweile hat sie sich einen Platz in meiner persönlichen Pole Position erspielt!

Was Produzent Devin Townsend (ja, der Devin Townsend of STRAPPING YOUNG LAD-Fame!) an vermeintlicher Glätte in den Sound gebracht hat (obwohl er schon das Debüt “Of Malice and the Magnum Heart” produzierte), entpuppt sich später als Mittel zum Zweck, um die vielen Feinheiten des Mittlerweile-MISERY SIGNALS-Sounds zur freien Entfaltung zu bringen. Schon beim Opener „Nothing“ kommt die Gitarrenarbeit von Ryan Morgan und Stuart Ross besser als jemals zuvor zur Geltung, melodische Feinheiten bohren sich in den Gehörgang und erinnern, im Einklang mit den verschiedenen Tempi-Wechseln, immer wieder an die mittleren SHAI HULUD. Uhrwerk-Geriffe, Up-Tempo-Mosh-Parts (wie auf dem nur knapp drei Minuten langen „Weight of the World“), DILLINGER-esque Verquertheit (hören Sie bitte „Reset“) und elaborierte Atmo-Gitarren-Abschnitte (das passend betitelte „Coma“ sollte zur Verdeutlichung gereichen) dominieren „Controller“ und machen es zu einer der Scheiben, die vielleicht ein wenig länger zum zünden braucht, aber dafür umso länger im CD-Schacht rotieren wird. Von ganz alleine entwickelt sich „Labyrinthian“ zum (erst) fehlenden Hit der Scheibe: Die Textzeile „Give me the strength to move this mountain“ bohrt sich regelrecht in das Unterbewusstsein. Auch Tracks wie „A Certain Death“ (der ersten Single) und „Ebb and Flow“, auf denen Schuhbach erstmalig melodischen Gesang einsetzt, fügen sich im Endeffekt doch gelungen in das Gesamtkonzept ein und wirken nicht wie anfänglich gedacht als Fremdkörper… Der Trend-Anbiederungsalarm kann beruhigt ausgeschaltet werden.

Mit „Controller“ haben MISERY SIGNALS einen kontrollierten Angriff auf Kopf und Magen gestartet und sollten Szene-vereinigend für schwere Begeisterung sorgen (wenn die Short-Attention-Span-Generation noch Zeit für das Wachsen von Alben aufbringen kann)…

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