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MISS CONSTRUCTION - Kunstprodukt

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Artist MISS CONSTRUCTION
Title Kunstprodukt
Homepage MISS CONSTRUCTION
Label FEAR SECTION
Leserbewertung
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4.9/10 (9 Bewertungen)

Einigen Künstlern ist ein gewisser, unverwechselbarer Klang gegeben, der schon nach wenigen Minuten problemlos zu identifizieren ist. Im Goth/ Electro Bereich muss man hier sicherlich Chris Pohl nennen, der trotz aller Anfeindungen von „seriösen“ Rezensenten munter und erfolgreich vor sich hin produziert. Mit dem Projekt MISS CONSTRUCTION erblickt nun ein weiterer Spross des „Pohliversums“ das dunkle Strobo-Licht der Erde und tritt in die Fußstapfen des zu Grabe getragenen TUMORs. Zusammen mit seinem Mitstreiter Gordon, der hier an vorderster Front kämpft, bietet man auf dem Debüt klassischen Club Electro der aggressiven Gangart, nicht ohne auf die typischen Melodielinien zu verzichten.

So erinnert der Sound ein ums andere Mal an die „alten“ TERMINAL CHOICE, aber auch an COMBICHRIST und Konsorten, ohne LaPleguas Klasse im Songwriting zu erreichen. Das ist allerdings gar nicht nötig, denn die teilweise fast parodistisch anmutenden Tracks bieten genau das, was schwarze Szenegänger sich zur Geisterstunde in ihrem Tanztempel auf dem Plattenteller wünschen. Musikalisch leicht zu verdauende, sehr eingängige Häppchen mit fetten Refrains plus Sex, Gewalt und Guter Laune in deutsch/ englischen Lyrics. Ob nun dem „Electro Beast“ gehuldigt, über den „Pornostar“ sinniert oder das „Slaughterhouse“ entweiht wird, alles drin, was man insbesondere als Außenstehender den Gothics andichten mag. Hier aber mit einem Augenzwinkern vorgetragen, was spätestens beim spaßigen Hidden Track deutlich wird. Neben der Coverversion („Hass und Liebe“, eine relativ bekannte 90er Single von ECO) stechen insbesondere hervor: „Totes Fleisch“, das textlich WUMPSCUT light sein könnte, musikalisch dann aber eher SUICIDE COMMANDO oder auch PAINBASTARD zitiert. Der „Pornostar“ könnte eine B-Seite vom COMBICHRIST sein und auch die Quasi Bandhymne „Miss Construction Theme“ bietet launige Unterhaltung mit erotischem Subtext. Dass Abzählreime („Eins und Zwei“) oder das Wettern gegen die „Superstars“ (Titelstück) nicht mehr so ganz taufrisch rüberkommen, sei jetzt einfach mal ignoriert. 2 Remixe von GINTRONIC bzw. DOLLS OF PAIN runden das Produkt zielgruppengerecht ab.

Also für Anhänger des trendigen Künstlers ein absoluter Pflichtkauf, aber auch AGONOIZE-, COMBICHRIST- etc. Anbeter machen hier nichts falsch, wenn sie denn auf guten alten Mindless Fun stehen (was zu erwarten ist). Leider ist das Cover nicht sonderlich ästhetisch ausgefallen, die Innenseiten des Booklets zeigen auf, wie es besser geht. Dafür gibt es Beats und Film Samples und verzerrten Gesang und treibende Mucke, die jede durchgestylte Cyber Lady in rechtem Licht erstrahlen lassen wird. Erster Live Auftritt dann auf dem WGT 2008!

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