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MISS LI - Beats & Bruises

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Artist MISS LI
Title Beats & Bruises
Homepage MISS LI
Label DEVIL DUCK RECORDS
Leserbewertung
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Selbst wenn dem geneigten Leser der Name Linda Carlsson aka MISS LI nichts sagt, so ist ihm wahrscheinlich schon Musik der 29-jährigen Schwedin über den Weg gelaufen. Ihr Mix aus Jazz, Pop, Blues, Soul, Dark Cabaret und Country-Musik wird nämlich gern in der Werbung eingesetzt (u.a. für Apple und Volvo) und auch US-Serien wie „Grey’s Anatomy“ und „Weeds“ schmücken sich mit Mucke der Dame, die wie die Herrschaften von MANDO DIAO und SUGARPLUM FAIRY aus Borlänge stammt und sich mit 17 sogar einmal mit ihrer damaligen Band in einem Talentwettbewerb gegen SUGARPLUM FAIRY durchsetzen konnte. 2006 erschien das erste MISS-LI-Album, dem in den folgenden elf Monaten mal eben zwei weitere Studioplatten folgen sollten. Im Dezember 2007 gab’s dann auch gleich mal eine Best-of-Scheibe, die zusätzlich noch acht neue Tracks erhielt. 2009 war dann „Dancing the Whole Way Home“ an der Reihe, bevor die Skandinavier sich für ihr jüngstes Baby „Beats & Bruises“ ganze zwei Jahre Zeit gelassen hat, nachdem sie auf Welttournee war und zudem auch noch eine langwierige Krankheit überstehen musste.

Entstanden sind elf abwechslungsreiche Songs, die Spaß machen und die Vielseitigkeit der Schwedin unterstreichen, die ihre Lieder gemeinsam mit ihrem Lebenspartner und Gitarristen Sonny Boy Gustafsson schreibt. Der Opener „Devil’s Taken Her Man“ über einen Mann, der seine Frau schlägt, startet beispielsweise als tragischer Blues und entwickelt sich langsam zu einem Popsong, bevor „I Can’t Get Get You Off My Mind“ die Pedal-Steel-Gitarre stärker in den Vordergrund stellt. Die Nummer entpuppt sich als echter Ohrwurm und würde bestens in jeden Quentin-Tarantino-Film passen, bevor es mit „My Man“ knackigen Soul-Pop auf die Mütze gibt. Das melancholische „Shoot Me“ handelt von den sechs Monaten im letzten Jahr, in denen Linda teilweise so krank war, dass sie nicht mal mehr gehen konnte. Glücklicherweise ist dieser schlimme Abschnitt ihres Lebens Vergangenheit und ein rhythmusbetonter Rock’N’Roller wie „You Could Have It (So Much Better Without Me)“ lässt darauf schließen, dass MISS LI ihren Lebensmut keinesfalls verloren hat. Wer von diesem energiegeladenen Track nicht gefangen genommen wird, sollte auf jeden Fall schnellstens seinen Hausarzt aufsuchen. „Forever Drunk“ lässt es derweil etwas ruhiger angehen und beweist, dass Fräulein Carlsson zu grooven versteht. Währenddessen gibt’s bei „Hit It“ im Midtempo neben der zuckersüßen Stimme der dunkelhaarigen Schwedin erneut die Pedal Steel Guitar zu hören, ehe das krude „Arrested“ vom Ende einer langen Nacht in Stockholm berichtet, die damit schloss, dass Linda von bewaffneter Polizei festgenommen wurde, weil sie um 4.00 Uhr morgens auf einem zentralen Platz mitten in der Stadt ihrer dringenden Notdurft nachgegeben hatte. „Billy’s Got A Gun“ präsentiert sich derweil als schwermütiger Blues mit feinen Bläser-Einlagen, die sich in jazzigen Gewand auch bei „The Modern Family“ wiederfinden. Das finale „Are You Happy Now?“ verpackt die Frage in scheppernde Beats, zu denen ein jeder in sich gehen möge, ob er wirklich happy ist und das Leben lebt, das er sich vorgestellt hat.

MISS LI wird sich diese Frage sicher im vergangenen Jahr mehr als nur einmal gestellt haben. Und „Beats & Bruises“ – also Schläge und blaue Flecken – musste sie bestimmt auch oft genug einstecken. Definitiv hat sie mit ihrem fünften Studio-Output aber einen Silberling abgeliefert, der offenbart, dass sie nicht nur die schwedische Antwort auf KATE NASH ist, sondern einen eigenen Kopf mit viel Musikalität und Ideenreichtum hat. Ihre Landsleute haben das schon lange erkannt und hieven ihre Langrillen regelmäßig in die oberen Chartpositionen – da gehört „Beats & Bruises“ zweifellos auch hin, weshalb auch der deutsche Musikfreund nicht zögern sollte, sich sein eigenes Exemplar zuzulegen.

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