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MISS MARPLE - Fades

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Artist MISS MARPLE
Title Fades
Homepage MISS MARPLE
Label LEX ARTIS
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MISS MARPLE? War das nicht diese rüstige alte Dame, die stets dem Verbrechen auf der Spur war und keine Gefahr scheute? War sie, aber da gibt es in Bayern noch drei Herrschaften, die den Namen gerade richtig hielten für ihre Indie-Band.

Was die streitbare Miss Marple vom Sound des Trios gehalten hätte, vermag ich nicht zu sagen. Wahrscheinlich wäre ihr die Mucke etwas zu hart, denn die Jungs lassen die Gitarren schon beim Opener „Creation of Doom“ ordentlich krachen. „Liquidation“ verbreitet zunächst trügerische Zurückhaltung, bevor es auch hier in die Vollen geht. Mit „Reason“ kommt tatsächlich ein ruhigeres Stück, bei dem allerdings auch nicht auf knackige Gitarren verzichtet wurde. Aber dagegen ist ja schließlich auch gar nichts zu sagen. „Story of Nobody“ macht auf ähnliche Weise weiter und mit „Trip“ kommt sogar eine schräge Variation aus Prog Rock, Metal, Rap und Hip Hop zum Einsatz. Offensichtlich haben MISS MARPLE hier einfach mal sämtliche musikalischen Vorlieben in einen Topf geworfen, was allerdings für den ungeübten Hörer zunächst etwas verworren klingt. Da zeigt sich „Shelter“ eindeutiger und eingängiger. Es wird wieder straight nach vorn gerockt, jedoch ohne es zu übertreiben und im gemächlichen Tempo. „Fall“ drückt stärker auf die Tube, während das bassbetonte, sehr gemächliche „Friend“ fast poppige Züge annimmt. Dafür dürfen bei „One 2 Three!“ die Langäxte in METALLICA-Manier jaulen und auch bei „Bubble Breaker“ haben stampfende Sechssaiter neben verqueren Melodien das Sagen. „Truth“ fischt derweil eher in metallischen Gefilden, die Kontakt mit den RED HOT CHILI PEPPERS hatten. Hier wechseln Tempo und Melodik ebenso wie bei „Something Wrong“, das mit wildem Geshoute und Stakkato-Riffs ebenso überrascht wie mit den auf dem Fuße folgenden Chorgesängen. Bleibt noch der Titeltrack „Fades“, der mit zurückhaltendem Geklimper startet. Nach einer dreiviertel Stunde MISS MARPLE erwartet man bei den Herrschaften bald einen deutlichen Break, der diesmal allerdings ausbleibt. Stattdessen gibt es einen versöhnlichen Ausklang mit Streichern und viel Gefühl.

Stilistisch sind die Bajuwaren nur schwer einzuordnen. Auf jeden Fall spielen harte Gitarren eine gewichtige Rolle im MISS MARPLE-Sound, ansonsten wird gern gemixt und auf den Kopf gestellt. Nicht uninteressant, wenn auch eher ungewohnt. Miss Marple und ihr Helfershelfer Mr. Stringer bleiben vermutlich eher bei klassischeren Klängen.

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