| Artist | MISS MELLOW |
| Title | Dancing Through The Earth |
| Homepage | MISS MELLOW |
| Label | SOUND EFFECT RECORDS |
| Leserbewertung |
Würde es sich bei MISS MELLOW nicht um eine vierköpfige Band aus dem Münchner Werksviertel, sondern um eine einzelne Person handeln, würde ich sagen, dass wir es mit einer sehr quirligen, durchaus wilden Person zu tun haben. Denn die Musik des 2019 gegründeten Quartetts ist ein ziemlich munterer Mix aus krautigem Psych mit ausufernden Jam-Parts, cleanem Funk, dreckigem Fuzz, fetten Stoner-Riffs und psychedelischen Eskapaden nebst jazzigen Einstrengseln. 2023 haben die Herrschaften ihr selbstbetitelte Langspiel-Debüt gegeben, auf das jetzt „Dancing Through The Earth“ folgt.
Der Vierer unterteilt die neue Platte in vier Kategorien, denen bisweilen mehrere Stücke zugeordnet werden. So besteht der eröffnende Titeltrack „Dancing Through The Earth“ aus vier Tracks unterschiedlicher Prägung, die sich über insgesamt gut 14 Minuten erstrecken. Bestimmt steckt dahinter ein ausgeklügeltes künstlerisches Konzept, für mich ist dies jedoch zweitrangig, ich konzentriere mich auf die Musik, die mit „Mind Voyage“ treibend startet und dank „Broken Path“ eine dezent entrückte Fortsetzung findet. „Far Out“ lässt es sodann wieder krachen und schwurbelt sich mit Orgelunterstützung in Richtung des funkig-energiegeladenen „Living Power Plant“. Mit der groovigen Vorab-Single „Kanonen“ bitten Joshua Liliental (Gesang & Gitarre), David Stockinger (Bass & Gesang), Michele Loria (Piano, Synthies & Gesang) und Niccolò Schmitter (Drums) gitarrenbefeuert auf den Dancefloor, ehe eine kleine „Prelude“ vermittels Pianoklängen und sphärischem Gesang für Entspannung sorgt. Derweil steht mit „Blackcut“ der nächste große Block von gut 13 Minuten an. Das krautige „Dark Maze“ wird dabei vom spacigen „Blackcut Dreams“ abgelöst, um schließlich auf der Zielgeraden mit dem aufgekratzten „Stop The Strive“ über zwölf Minuten durch psychedelische Seventies-Gefilde zu streifen.
So bunt und facettenreich wie das Cover ist auch die Musik auf „Dancing Through The Earth“. MISS MELLOW unternehmen mit ihrem aktuellen Studio-Output, der übrigens auf einem griechischen Label erscheint, einen ungestümen Trip durch Kraut, Fuzz, Psych und Stoner – von den Siebzigern inspiriert und im Hier und Jetzt zuhause.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.