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MOBTHROW - s/t

VN:F [1.9.22_1171]
Artist MOBTHROW
Title s/t
Homepage MOBTHROW
Label AD NOISEAM
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
7.9/10 (61 Bewertungen)

Nicht nur visuell ist das gleichnamig betitelte Album des Projektes MOBTHROW ein echter Leckerbissen. Auch akustisch bekommt der Hörer die volle Dröhnung geboten und unternimmt gleichzeitig beinahe eine musikalische Weltreise. „Be water“ leitet das Album mit Sprachfetzen von Bruce Lee ein, wonach schon der folgende Track „Rainwolf“ ein erstes fettes Ausrufezeichen setzen kannt. Ausladende sphärische Flächen, angereichert mit Didgeridooklängen, kennzeichnen diesen Song. „Deathnote“ setzt auf viele Effekte, die nachhallen und dem Ganzen einen beklemmenden Beigeschmack verleihen.  

Zwei weitere Highlights folgen kurz danach mit „Night Riders“ und „Desert City Rising“. Beide Tracks extrem opulent arrangiert, ersterer mit Panflöte und Akustikgitarre sowie einem Hauch karibischer Exotik. „Desert City Riders“ widerum scheint der musikalische Soundtrack einer rastlosen, durch den Großstadtdschungel ziehenden Person zu sein. Vielfältige Assoziationen bauen sich beim Hören auf, man sieht den „Nightwalker“ durch dunkle Häuserschluchten ziehen, Saxophonklänge wecken Bilder von düsteren Gedanken auf einem Barhocker. Dieser Song schreit förmlich vor Melancholie. Atmosphärisch, aber wohl nur als Zwischenstück gedacht, fungiert das mit sakralen Frauengesang angereicherte „The 3 Marks“. Richtig aufs Gas drücken im folgenden das unterkühlt wirkende „Iron Tribal“ sowie auch „Street Breakz“. Beide extrem schnell und mit einer gehörigen Portion Dubstep und Drum´n Bass. Letztgenannter Titel zudem mit einer Referenz an APOLLO 440. „Alone in the ruins“ schließt den musikalischen Kreis, die Feuer auf dem Cover scheinen versiegt und nun zieht jemand einsam und allein, untermalt von Vogelgezwitscher, durch eben jene Ruinen, und dass hierfür widerum nachdenkliche und ruhige Klänge angebracht sind, versteht sich fast von selbst. 

Ein sensationelles Debütalbum, dessen Stil schwer zu greifen ist. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit sind Anleihen bei großen Klangkünstlern wie HAUJOBB, FSOL, JUNO REACTOR und DELERIUM  zu finden. Wenn der Weg von MOBTHROW so straight und fokussiert weitergeht, wie sich dieses Album präsentiert, wird auch er irgendwann in einer Reihe mit den großen Namen der intelligent produzierten elektronischen Musik stehen.

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