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MOBY - Last Night

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Artist MOBY
Title Last Night
Homepage MOBY
Label MUTE
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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Endlich ist es soweit! Drei Jahre nach dem letzten Studio-Album „Hotel“ gibt es endlich neuen Stuff von MOBY. Die geniale Vorab-Single „Diso Lies“ hat die Latte hoch gehängt, außerdem ließ die Ankündigung, MOBY sei auf die Tanzfläche zurückgekehrt, die Spannung steigen.

Tatsächlich ist „Last Night“ so etwas ähnliches wie die auf 60 Minuten komprimierte Zusammenfassung einer durchfeierten Nacht. „Oh Yeah“ ist nicht nur der Opener der Langrille, sondern auch als Einstieg in den Samstag Abend zu sehen. Der Song hätte ebenso gut Ende der Siebziger laufen können, bevor man ins legendäre Studio 54 gegangen wäre. Natürlich enthält der Track genauso wie „I Love To Move In Here“ MOBY-typisches Beiwerk. Zusätzlich wurde für diese Nummer Grandmaster Caz von den COLD CRUSH BROTHERS mit ins Boot geholt, um eine perfekte Fusion aus Hip Hop und Disco-Sounds zu schaffen. Elektronische Frickeleien dominieren „257.zero – Moby“, wobei auch hier im Hintergrund Elemente vorhanden, wie man sie beispielsweise von „Extreme Ways“ kennt, das als Filmmusik zur „Bourne“-Trilogie erhebliche Bekanntheit erlangte. Langsam kommt die Party in Fahrt und es darf zu „Everyday It’s 1989“ geraved werden. Zu meinen Favoriten zählt „Live For Tomorrow“, ein grooviges Stück mit weiblichem Gesang, das sich in die Gehörgänge schmeichelt und sanft durch die Nacht gleiten lässt. Auch „Alice“ kombiniert Hip Hop-Versatzstücke mit MOBY-Style. Diesmal wird jedoch nicht dem Oldschool gehuldigt. Stattdessen sind die englischen Underground-Rapper 419 CREW und AYNZLI mit von der Partie, wirklich eine gelungene Kollaboration. Bei den Aufnahmen zu „Hyenas“ arbeitete Mr. Richard Melville Hall mit einer Exilalgerierin zusammen, die er entdeckte, als sie in einer Karaoke-Bar in New York in phonetischem Englisch JAMES BROWN sang, und umgibt sie mit einer melancholischen, leicht psychedelischen, von ROXY MUSIC und SERGE GAINSBOURG inspirierten Atmosphäre. An anderer Stelle wie beispielsweise in den dunklen Sythesizerlines der GIORGIO-MORODER-meets-HARDFLOOR-Nummer „I’m In Love“ beschwört MOBY den glorreichen Geist des Euro-Discobeats, bevor mit „Disco Lies“ der Höhepunkt sowohl der Nacht als auch der Platte erreicht wird. Der Song will getanzt werden und drängt auf den Dancefloor, wo im Anschluss mit „The Stars“ der Rave auf angenehme Weise wieder das Sagen übernimmt. Mit „Degenerates” und „Mothers of The Night” werden majestätische, elegische Orchesterwogen entfesselt, die an den 2001er Blockbuster „Play“ erinnern. Inzwischen ist es an der Zeit, einen Gang zurückzuschalten und auch mal eine Pause einzulegen. Da bietet sich „Sweet Apocalyse“ an, bei dem man herrlich seinen Gedanken nachhängen kann. Beim Titeltrack und gleichzeitig dem letzten Song auf dem Album ist Sylvia Gordon von der New Yorker Band KUDU zu hören. Doch anstatt sich auf KUDUs vertraute, New Wave-beeinflusste Dancemusik zu verlassen, platziert MOBY Gordon vor einer Klanglandschaft aus unheimlichen Synthesizerklängen und klagenden Saitenwellen und stellt dabei die BILLIE HOLIDAY-Qualitäten ihrer Stimme in den Vordergrund. Offenbar war die Dame vor den Aufnahmen ein paar Tage lang nicht zum Schlafen gekommen, jedenfalls erinnert die glückselige Erschöpfung in ihrer Stimme daran wie es ist, um acht Uhr morgens im fleckigen Licht des Sonnenaufgangs nach Hause zu stolpern, und liefert ein perfektes Ende zur Evokation der nächtlichen Millionenstadt-Halbwelt auf „Last Night“.

Ich muss gestehen, dass ich nach meinen persönlichen MOBY-Favoriten „Play“, „18“ und „Hotel“ skeptisch war, ob mir der neue/ alte MOBY gefallen würde. An die genannten Scheiben kommt „Last Night“ für meinen Geschmack auch nicht heran, aber der Longplayer beweist einmal mehr die Wandlungsfähigkeit des Musikers, Sängers, DJs und Musikproduzenten.

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