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MODDI - Floriography

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Artist MODDI
Title Floriography
Homepage MODDI
Label PROPELLER RECORDINGS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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10.0/10 (3 Bewertungen)

Im letzten Jahr hat uns der Norweger Pal Moddi Knutsen bereits mit einer kleinen EP namens „Rubbles“ beehrt. Damit sollte dem deutschen Publikum die Wartezeit auf das Debütalbum „Floriography“ verkürzt werden, das daheim bereits im Februar 2010 erschienen ist und uns erst jetzt mit fast zwölf Monaten Verspätung erreicht.

Wer sich die EP zu Gemüte geführt hat, kennt auch bereits die ersten beiden Tracks der Langrille: Das getragene „Rubbles“ besticht mit einem düsteren Schifferklavier, das MODDI sich bei seiner Mutter geborgt hat und einer wunderbar melancholischen Stimmung, wie sie wohl nur die Skandinavier hinbekommen. Auch „Magpie Eggs“ verweilt in ruhigen Gefilden, neigt zwischendurch jedoch zu eruptiven Ausbrüchen, die möglicherweise der Vulkaninsel Island geschuldet sind – immerhin ist die Langrille ja in den Greenhouse Studios in Reykjavik aufgenommen worden… Elegische Streicher beherrschen derweil die Stimmung bei „Ardennes“, ehe „A Sense of Grey“ ebenfalls mit einem Himmel voller Geigen zum dunklen Rundumschlag ausholt. Lustig geht es auf „Floriography“ wahrlich nicht zu, doch auch wenn die Songs allesamt voller Schwermut stecken, wirken sie doch keineswegs bedrückend. Als Beispiel sei hier das kraftvolle „Smoke“ genannt, das eine akustische Gitarre in ein berauschendes Zwiegespräch mit einem Cello verwickelt, wozu MODDI schließlich seine raue Stimme erhebt. „Poetry“ ist sogar ein gewisser beschwingter Unterton inne, der vom Akkordeon noch verstärkt wird, während „Stuck In The Waltz“ mit reduzierten Mitteln für wohlige Gänsehaut-Momente sorgt. Satte 7 ½ Minuten ist „7!“ lang. Zeit genug für MODDI, seine gesamte musikalische Bandbreite in einem Song unterzubringen. Bleibt noch das finale „Krokstav-emne“, mit dem sich der Norweger von der kleinen Insel Senja hoch im Norden Skandinaviens in seiner Muttersprache von seinen Zuhörern verabschiedet.

MODDI ist so etwas wie die norwegische (und männliche) Antwort auf die junge BJÖRK. Dazu passt, dass „Floriography“ in BJÖRKs Heimat aufgenommen wurde, auch wenn nach der Rückkehr nach Oslo das zusammengetragene Material noch einmal umfangreich überarbeitet wurde. Unsere nordischen Nachbarn verstehen sich einfach auf diese Musik, die man einem Haufen Depressiver mit akuter Suizidgefahr vielleicht besser nicht zur Unterhaltung vorsetzen sollte. Wer auf akzentuiertes Songwriting mit viel Gefühl und eben auch einem gewissen Hang zur Schwermut steht, ist bei MODDI und seinem Debüt jedoch bestens aufgehoben.

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